300.000 Bienen gestohlen. Unbekannte stahlen bei Hobby-Imker in Hörmanns zehn Bienenvölker. Materieller Schaden über 2.000 Euro, Arbeit von Hunderten Stunden zerstört.

Von Stefan Hawlicek. Erstellt am 30. September 2014 (09:06)
NOEN, Stefan Hawlicek
Franz Bachmann steht nach dem Diebstahl seiner Bienenvölker vor den Trümmern seiner Existenz als Hobby-Imker.

Eigentlich wollte Franz Bachmann nur einen kurzen Zwischenstopp bei seinen zehn Bienenvölkern einlegen. Vor dem Winter gehören die Honigproduzenten entsprechend angefüttert, damit sie die kalte Jahreszeit überstehen. Dass ihm der letzte Besuch wahrscheinlich für längere Zeit in schlechter Erinnerung bleiben wird, hat der Hobby-Imker bis dato unerkannt gebliebenen Langfingern zu verdanken, die bei seinen zehn Bienenstöcken ganze Arbeit geleistet haben: Sie entwendeten dem Litschauer alle zehn Bienenvölker und gingen dabei außerordentlich professionell vor.

„Als ich in den ersten leeren Bienenstock geschaut habe, bin ich kurzzeitig von einer Krankheit ausgegangen“, erzählt Bachmann der NÖN. Nachdem kein extremer Totenfall vor dem Bienenstock zu sehen war, öffnete er alle weiteren Bienenvölker. Mit demselben ernüchternden Ergebnis: Sie waren alle, bis auf eine Handvoll Bienen komplett ausgeräumt, die Königinnen waren verschwunden.

Dieb kannte sich mit Bienen aus

„Durch die Art und Weise, wie die Bienenstöcke geöffnet und die Bienen entwendet wurden, gehe ich davon aus, dass es jemand war, der sich mit Bienen auskennt“, vermutet der Hobby-Imker. Spuren hat er rund um die Bienenvölker vergebens gesucht. Abgesehen von einigen zusammengetretenen Grasbüscheln finden sich weder Finger- noch Fußabdrücke. Auch Reifenspuren sind keine zu sehen. „Der Diebstahl wurde Schritt für Schritt geplant“, ärgert sich Bachmann.

Zu Herbstbeginn steht der Litschauer vor den Trümmern seines Hobbys. „Der Sachschaden von mehr als 2.000 Euro ist das eine, die mehreren Hundert Stunden Arbeit, die ich investiert habe, sind das andere“, so Franz Bachmann. Erst im Frühjahr hat er begonnen, auf einem von der Stadtgemeinde Litschau gepachteten Feld alles für die Honigproduktion vorzubereiten. Er baute spezielle Grasmischungen an und stellte alle notwendigen Bauteile für das Innenleben der zehn Bienenstöcke in Eigenregie her.

„Die Arbeit mit den Bienen ist unwiederbringlich. Die Abnehmer für seinen gefragten Honig wird er nach Verkauf der Reserven ebenso auf unbestimmte Zeit vertrösten müssen. Um neu gekaufte Bienenvölker so weit zu haben, dass sie meinen Vorstellungen entsprechen, bedarf es Monate“, gibt sich der Hobby-Imker zerknirscht. Chancen, seine Bienen wiederzubekommen oder zu finden, hat er keine. – Bienen tragen keine Ohrmarken, an denen sie in anderen Stöcken zu erkennen wären.