Hofbauer-Sager: Parnigoni wehrt sich. Wirbel wegen ÖBB / Nach NÖN-Bericht über den Landtags-Vorstoß für die Franz-Josefs-Bahn: Scharfe Kritik Rudolf Parnigonis an Hofbauer.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 23. April 2014 (13:35)
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Der Zug zur Aufwertung der FJB-Strecke legt nach Aussagen des Abgeordneten Johann Hofbauer zu Rudolf Parnigoni und gegen Andreas Beer einen Stopp in den Niederungen der Politik an. Foto: BilderBox.com
Für Empörung im SPÖ-Lager sorgte der Angriff des ÖVP-Abgeordneten Johann Hofbauer gegen Andreas Beer in der vorigen NÖN: Höchst irritiert reagierte nicht nur Gmünds SPÖ-Bürgermeister und „Pro FJB“-Initiator Beer, der Hofbauer zuvor per Aussendung provoziert hatte, sondern auch Alt-Abgeordneter Rudolf Parnigoni.

Er habe sich nach dem Rückzug aus der Politik 2008 bewusst nicht in die Tagespolitik eingemischt, sagt der ehemalige SPÖ- Verkehrssprecher: „Dafür gibt es gewählte Mandatare.“

Aus der Reserve holte ihn aber nun Hofbauers Behauptung, gemeinsam mit Parnigoni „zigmal bei ÖBB-Chef Kern und im Ministerium“ vorgesprochen zu haben. Parnigoni: „Das ist lächerlich, ich fühle mich politisch missbraucht. Es ist mir nicht erinnerlich, mit Hofbauer je irgendwo einen Termin Hand in Hand wahrgenommen zu haben!“

„Zeigt, was für ein Charakter der Typ ist"

Scharf reagiert er auch auf die Aussage, Beer habe es sinngemäß bei der ÖBB erst bis zum Portier geschafft. „Wie ich Christian Kern kenne, bin ich überzeugt, dass er den Bürgermeister einer Eisenbahnerstadt persönlich empfängt. Unterschiedliche politische Meinungen sind zu akzeptieren – dass aber Hofbauer Beer derart diffamiert, spricht nicht für einen Politiker, der vorgibt, die linke und rechte Hand von Erwin Pröll zu sein. Seine Aussagen zeigen, was für ein Charakter der Typ ist.“

Auch Beer wehrt sich. Er habe gute Kontakte auch zur ÖBB und könne „guten Gewissens sagen, dass ich bessere Verbindungen zu Kern habe als Hofbauer.“ Er sei „erschrocken vom politischen Stil Hofbauers. Außer Draufhauen habe ich von ihm noch nicht viel gehört.“

Der Angesprochene versteht die Aufregung nicht.

Johann Hofbauer: „Wenn sich Parnigoni nicht an gemeinsame Termine erinnern kann, dann muss er nachdenken. Ich weiß nicht mehr sicher, ob wir gemeinsam bei Kern waren, aber bei dessen Vorgängern auf jeden Fall.“ Kern ist erst seit 2010 ÖBB-Chef, da war Parnigoni schon im Polit-Ruhestand.

Andererseits hält Hofbauer an seiner grundsätzlichen Aussage zu Beer fest: „Tatsache ist, dass es von ihm bis jetzt keine ernsthaften Bemühungen gegeben hat. Ich hoffe, dass es jetzt mit Unterstützung des Landes NÖ in die richtige Richtung geht.“

Der Landtag hat einstimmig Verhandlungen des Landes NÖ mit ÖBB und Verkehrsministerium zugestimmt. Ziel sind klare Verbesserungen an der Franz-Josefs-Bahn wie WLAN entlang der Strecke, kürzere Fahrzeiten und Güterverkehr.