Holprige Rückkehr zu offenen Grenzen nach Südböhmen. Die Rückkehr zu einem Europa der offenen Grenzen nach Corona gestaltet sich holprig. Die Grenzen aus dem Gmünder Bezirk nach Tschechien sind am 17. Mai mit Ausnahme der Übergänge in Grametten (Gemeinde Reingers) und Gmünd-Böhmzeil trotz in Österreich angekündigter Lockerungen immer noch dicht.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 17. Mai 2020 (18:13)
Seltsames vor dem Magna-Werk auf böhmischer Seite des Access-Industrial-Parks: Die Grenze mit Beton gesichert, dazu ein tagelang unbemannter Container, Partyzelt und zwei Dixi-Klos… wofür?
Markus Lohninger

„Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn ist nicht einfach“, räumt Gmünds Bezirkshauptmann Stefan Grusch ein. Seinem Wissensstand nach hätten in der zu Ende gehenden Woche eigentlich mehrere kleine Übergänge von beiden Seiten zu bestimmten Zeiten für die landwirtschaftliche Nutzung geöffnet werden sollen. „Von österreichischer Seite waren sie auch offen, von tschechischer Seite gab es aber noch immer Sperren“, sagt Grusch. Auch bei der NÖN gingen einige Beschwerden dazu ein. 

Turbulent blieb es an der Grenze allemal

Auf der Fahrbahn der Zweiländerstraße durch den immer noch geschlossenen Übergang im Access-Industrial-Park Gmünd/České Velenice gesellten sich zum derzeit fast immer hier postierten Fahrzeug des österreichischen Bundesheeres im Lauf der Woche auf tschechischer Seite ein bis dato unbemannter Container, ein großes Partyzelt und zwei mobile Toiletten. Der Grund dafür ist nicht ersichtlich. Partystimmung will derzeit jedenfalls nicht aufkommen.

Auch auf österreichischer Seite hat sich nicht allzu viel geöffnet. Das Heer setzt vorläufig den Assistenzeinsatz etwa an geschlossenen Übergängen wie jenem im Accesspark, entlang des Grenzverlaufes, oder durch Fieberkontrollen im Auftrag der Gesundheitsbehörde fort. Immer wieder mal werden auch im Accesspark - 1991 nach dem Fall des „Eisernen Vorhanges" als erster grenzüberschreitender Wirtschaftspark Europas eröffnet - zwischen Passanten Einkaufstaschen über die Ländergrenze ausgetauscht. Dürfen die das denn? Österreichs Soldaten sagen aus dem Heeresfahrzeug: „Ja.“