Preißl: „Zeitpunkt des Lockdowns war richtig“. Über den Lockdown aus ärztlicher Sicht sprach Karin Pollak mit dem Gmünder Bezirksärztevertreter Christoph Preißl.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. November 2020 (05:23)
Bezirksärztevertreter Christoph Preißl
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NÖN: Der zweite Lockdown ist da. War dieser massive Einschnitt in unser aller Leben notwendig?

Christoph Preißl: Der Zeitpunkt war richtig , ebenso die Maßnahmen. Mittlerweile ist es so, dass Menschen Symptome haben und gar nicht wissen, wo sie sich mit Covid-19 angesteckt haben. Die Zahlen steigen, die Zahl der freien Betten in den Spitälern sinkt. Das ist eine Tatsache. Leider hat sich gezeigt, dass bei offenen Geschäften und Gasthäusern die Regeln nicht konsequent genug eingehalten werden. Also war es notwendig, den Schritt zu setzen.

Glauben Sie, dass sich der zweite Lockdown wie geplant bis 6. Dezember ausgehen wird?

Wenn sich alle an die Maßnahmen halten, dann bin ich optimistisch, dass diese Wochen reichen werden.

Wie schaut es mit ärztlichen Versorgung im Bezirk aus?

Es herrscht „Normalbetrieb in Coronazeiten“. Wir Ärzte haben uns in den vergangenen acht Monaten bestens vorbereitet und mit den Schnelltests ein gutes Handwerkzeug erhalten. Jetzt können wir sehr gut mit dieser Situation umgehen, haben bislang ausreichend Schutzkleidung und Masken. Es braucht sich niemand vor einem Arztbesuch fürchten. Aber ohne telefonisch einen Termin zu vereinbaren, geht es nicht.

Wie schaut es derzeit mit der Grippe aus?

Grippekranke gibt es noch keine, Verkühlungen ja. Jetzt ist es wichtig, Betten in den Krankenhäusern für Grippepatienten frei zu bekommen.