Intrige in Reimform. Theater / Ein gereimtes „Blasmusical“ ohne Gesang: Die Kulturkulisse Gmünd lädt zum Machtkampf um den Naturpark Blockheide.

Von Johannes Bode. Erstellt am 17. Juni 2014 (11:58)
NOEN, J. Bode
Der Naturpark als Baustelle? Helga Schippany, Richard Waitz und Peter Reiser als Baumaschinen vor dem Schuldstein in der Blockheide - zu sehen im Stück "Der Reigen der Macht" der Kulturkulisse Gmünd.

Eine Baustelle vor dem „Schuldstein“, die Stadtkapelle in Blaumännern, drei Maschinen treten auf: Wird der Naturpark nun zum Golfplatz? Genau das soll in „Der Reigen der Macht“ verhindert werden. Das Stück der Kulturkulisse Gmünd (KUKUG) im Rahmen des Viertelfestivals Waldviertel hatte am 12. Juni in der Blockheide Premiere. Genauer gesagt: Welturaufführung. Denn vom Text bis zum Bühnenbild, alles wurde regional produziert, betonte auch Regisseur Georg Libowitzky.

Die drei personifizierten Maschinen samt ihren originellen Kostümen und dem stotternden Presslufthammer sorgen für ein erstes gelungenes Bild: Die Zerstörer der Natur sind geschundene wie gestresste Arbeiter, die kurz vor dem Streik stehen. Doch für ihren Chef, den „Geheimrat“, zählt nur Leistung. Christa Grubauer gelingt die Verwandlung, sie spielt den habgierigen Geschäftsmann in einem Kostüm, das irgendwie an Stanley Kubricks „Uhrwerk Orange“ erinnert. Der Kampf um die Vorherrschaft im Naturpark wird mit diversen Intrigen (vor allem durch Sekretär Bernhard Bock) angereichert. Doch die Tochter des Geheimrates (die junge Amelie Catharin als „Mona“) will da nicht mitspielen.

Gesungen wird im „Blasmusical“ nicht, doch man setzt bekannte Melodien, interpretiert von der Stadtkapelle, stimmungsvoll zu dem gereimten Text ein. Ein bisschen zu klischeehaft sind die Figuren gezeichnet. Ob der skrupellose Geschäftsmann oder die grün gekleidete Öko-Aktivistin namens „Grünzweig“: Der Zuseher kann hier mühelos schubladisieren. Durchwegs witzig: der ständig stolpernde und aus der Illusion des Stücks fallende „Jean-Paul“ (Michael Gallina) und seine Vorwürfe an den Regisseur: „Wos is’n do mit da Sichaheit?“ Doch der kontert: Er solle den „Ang’soffenen“ doch bitte nur spielen.