„Wolf steht vor der Tür“. Nach Schäden durch Wölfe im Raum Freistadt will man gemeinsame Sache gegen die Ausbreitung des Wolfes angehen. Denn: Der Wolf kennt keine Grenzen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 21. Juni 2018 (05:05)
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Schönes, wildes Tier: der Wolf.

Ein vom Wolf gerissenes Kalb in Maxldorf vor eineinhalb Wochen lässt die Region um Liebenau (nahe der Grenze zum Bezirk Gmünd) wieder erschaudern. Man erhofft jetzt eine Reaktion seitens des Landes. „Es gibt natürlich Ängste in der Bevölkerung“, betont Vizebürgermeister Manfred Eckl. Bürgermeister Erich Punz erwartet jetzt endlich Reaktionen von Land und Bund. Mit dem Waldviertel will er sich zusammentun, denn: „Wir müssen uns solidarisieren und wenn es sein muss, auch auf den Tisch hauen.“

Genauso wie im Bezirk Gmünd ist man im Bezirk Freistadt in Sachen Wolf sensibilisiert. Im Herbst wurden in Kaltenberg Schafe gerissen. Daraufhin wurde vom Bauernbund eine Unterschriftenaktion gestartet. Es konnten über 3.500 Unterschriften dem Land Oberösterreich übergeben werden. „Eine Reaktion ist aber noch ausständig“, betont Vizebürgermeister Eckl.

Ein „Wolfgipfel“ mit allen Verantwortlichen brachte zumindest eine Einigung: Es werden alle Vorkommnisse dokumentiert und registriert. Diese Daten sollen Grundlagen für Lösungsansätze sein. „Man weiß ja, dass sich der Wolf stark entwickelt, wenn nichts getan wird“, zeigt Punz auf, ebenso das schwer einzuschätzende Gefahrenpotenzial, das vom Wolf ausgehen kann.

Punz will auch in nächster Zukunft Kontakt betreffend Wolf ins Waldviertel aufbauen. „Damit wir einiger Maßen orientiert sind. Der Wolf macht ja auch nicht vor einer Landesgrenze halt“, so Punz.

Diesen Kontakt wünscht sich auch Bezirksjägermeister Ernst Strasser. Derzeit gäbe es zwar keinerlei Anzeichen auf ein Wolfsvorkommen im Bezirk Gmünd. Aber: In Allentsteig ist ein zweites Wolfsrudel gesichtet worden. Dort gibt es auch schon einen vom Wolf gerissenen 18-Ender mit einem Schaden von rund 1.500 Euro, und in Liebenau eben das gerissene Kalb: „Der Wolf steht also vor der Tür“, ist Strasser überzeugt. Den vielen Arbeitsgruppen, die sich mit dem Wolf derzeit beschäftigen, seien die Hände gebunden. „Es geht nur mit einem gewissen politischen Druck, damit die Verantwortlichen in Brüssel ihre Meinung ändern. Ansonsten wird sich der Wolf weiterhin kräftig vermehren.“