Aichelberglifte: Start nur für Babylift. Keine Verlängerung der Rodungsbewilligung – Saison startete nur für Kids. Schriftliche Zusage aus 2012 als Strohhalm?

Von Karin Pollak und Maximilian Köpf. Erstellt am 16. Dezember 2016 (05:39)
Skifahrern scheint in Karlstift gerade nicht wirklich die Sonne.
shutterstock/IM_Photo

174 Quadratmeter Grund auf der Lifttrasse des Aichelberges sind Grundlage für das Ende oder den Weiterbestand des Winterbetriebes in diesem beliebten Skigebiet. Nach einem Hoffnungsschimmer (die NÖN berichtete) zeigen die Wegeweiser derzeit eher auf das Ende. „Die Hoffnung lebt aber weiter“, sagt ein Förderer und Unterstützer.

Dem Karlstifter, der namentlich ungenannt bleiben möchte, sind die Lifte eine „Herzensangelegenheit“, da bereits sein Vater das Skigebiet mitbegründet hat. „Wir hätten einiges organisieren können, um die Gesellschaft wieder auf eine Erfolgsspur stellen zu können. Die Voraussetzung ist aber die Verlängerung der Rodungsbewilligung für den Wald“, sagt er.

Er habe im Hintergrund vermittelt, viele und durchaus positive Gespräche mit Grundstücks-Eigentümern geführt. Am Kleingrundstück eines einst bereits am Aufbau des Skigebietes maßgeblich beteiligten Grundbesitzers, das wie mehrfach berichtet genau in der Lifttrasse liegt, spießte es sich auch zuletzt.

"Eigeninteressen gehen hier vor dem Gesamtwohl"

Dabei habe der um Vermittlung bemühte Karlstifter, wie er sagt, positiver Signale vernommen, als er ihm ein neues Konzept für die Nutzung des Areals mit neuem Kapital und neuer Vorgangsweise unterbreitet habe. Vereine, Firmen, Gemeinden und die Bevölkerung hätten es unterstützt. Jetzt sei ein Punkt erreicht, an dem er anstehe, räumt der ungenannte Unterstützer ein. „Eigeninteressen gehen hier vor dem Gesamtwohl. Dabei könnte der Besitzer des kleinen Grundes als Retter der Aichelberglifte dastehen…“

Ein Strohhalm, an den sich die Verantwortlichen klammern können, ist ein Memorandum aus 2012 mit der schriftlichen Zusage auch des betroffenen Grundstückseigentümers, die Lifttrasse weiter verwenden zu können. Die Rechtsfrage zu klären kostet wertvolle Zeit. Auch das Bemühen um den Start einer Petition wird so rasch kaum mehr eine Lösung bringen können – die Saison ist am 8. Dezember mit dem Betrieb nur auf der Kinderpiste angelaufen.

Nur der Babylift benötigt, weil er nicht in gewidmetem Waldgebiet liegt, keine Rodungsbewilligung durch die Bezirkshauptmannschaft. Daher kann der SC Nordwald seinen Hausberg teils noch nutzen – ein Kinderskikurs ist geplant. Alles andere wurde nach Harmanschlag verlegt. „Es wäre sehr traurig, wenn‘s zum Äußersten kommt“, seufzt Obmann Werner Cizek.