Klage über B41: "Straße ist am Ende“. Nach Bericht über Radweg meldet sich Karlstifter mit Beschwerden über B41. Straßenbauabteilung verweist auf weitere Arbeiten.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. Juni 2019 (04:54)
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Der NÖN-Bericht über die Eröffnung des neuen Radweges in St. Martin rief den Karlstifter Arnold Schwarzinger auf den Plan: Der Radweg sei eine tolle Einrichtung, aber der Zustand der B41 in und um Karlstift ließe zu wünschen übrig, beklagt sich Schwarzinger gegenüber der NÖN.

„Die 10.000 Radfahrer täglich werden sich über den Radweg freuen. Und noch besser: Auch als Schritteweg eignet er sich auch. Genial! Die Kosten auch nicht ohne“, schreibt der Karlstifter, der auch den nächsten B41-Bauabschnitt anspricht: Die Waldviertler Metropolen Gmünd und Schrems würden mit einer vierspurigen Straße noch enger miteinander verbunden werden.

"Der Belag hat nicht einmal einen Winter überstanden"

Anders sei es im Süden. „Von Pertholz nach Karlstift wurde Geld für einen Mikrobelag verschwendet, pardon, verwendet. Der Belag ist dermaßen laut, dass man die Lkw von Brennerhof bis Karlstift hört und man die Freisprechanlage im eigenen Auto vergessen kann. Der Belag hat nicht einmal einen Winter überstanden“, so Schwarzinger, der sich hier Sanierungsmaßnahmen wünscht, denn: „Was sich auf dem Verkehrsknotenpunkt B38 und B41 täglich abspielt, kennt man vielleicht vom Matzleinsdorfer Platz in Wien.“

Der Schwerverkehr aus Tschechien, den Räumen Gmünd-Schrems, Waidhofen, Horn, Zwettl, Krems, Linz und auch Wien habe sich „vervielfacht. Vor allem ausländische Lkw donnern durch den Ort ohne Rücksicht auf Geschwindigkeitsbeschränkungen. Kolonnen von Pkw dahinter. Die Straße ist am Ende. Sehr tiefe Fahrrinnen führen zu Überflutung bei Starkregen und Schnee. Der Belag, ein Flickwerk“. Schwarzinger führt auch die Kanaldeckel und Absperrungen für die Ortswasserleitung in den Fahrspuren an, durch die die Fahrzeuge müssten. Eingesunkene Deckel würden ein hohes Sturzrisiko für die Motorradfahrer darstellen. „Ich habe oft urgiert. Mittlerweile hat die Gemeinde drei Bürgermeister verbraten. Wann endlich kommt die Sanierung?“, fragt Schwarzinger.

Straßenbauabteilung kündigt Schritte an

ÖVP-Bürgermeister Klaus Tannhäuser weiß von diesen Problemen und von den geplanten Maßnahmen der Straßenmeisterei. Tannhäuser zur Ortsdurchfahrt Karlstift: „Auch für diese ist die Straßenmeisterei zuständig. Wir haben schon den schlechten Straßenzustand gemeldet. Aber eine Sanierung ist laut den Zuständigen in nächster Zeit nicht geplant.“

Für Landesstraßen ist im oberen Waldviertel die Straßenbauabteilung 8 in Waidhofen zuständig. Deren Leiter Gerald Bogg bitte gegenüber der NÖN noch um etwas Geduld: „Von Bad Großpertholz bis Karlstift wurde eine Dünnschichtdecke in Kaltbauweise aufgebracht. Erfahrungsgemäß werden diese Beläge im ersten Jahr im Fahrzeug lauter empfunden als ältere Beläge.“ Außerdem habe die Dünnschichtdecke aufgrund der schlechten Witterung in Teilbereichen nicht mehr richtig abbinden können, „diese Teilstücke werden im Juni durch den Auftragnehmer saniert“. Allerdings sind, so Bogg, in Karlstift noch heuer Erhaltungsarbeiten an der B38 (Kreuzung B41/B38 bis Ortsende Karlstift Richtung Oberösterreich) geplant. Größere Unebenheiten sollen dabei beseitigt werden.

Zum Vergleich mit dem Ausbau zwischen Gmünd und Schrems stellt Bogg die Dimensionen gegenüber: Auf der B41 zwischen Gmünd und Schrems sind ihm zufolge täglich rund 10.500 Fahrzeuge unterwegs, davon entfallen rund 750 auf den Schwerverkehr. Die B38/B41 durch Karlstift frequentieren demnach täglich an die 2.500 Fahrzeuge, davon etwa 450 Schwerverkehr.