Altdechant Katzenschlager: Tage des Abschiednehmens. Kirchberger Pfarrer Katzenschlager verstorben. Ab 5. Mai besteht die Möglichkeit, persönlich Abschied zu nehmen.

Von Markus Lohninger und Karin Pollak. Erstellt am 05. Mai 2021 (03:39)
Pfarrer Hermann Katzenschlager †
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Die Pfarren im Bezirk Gmünd tragen Trauer: Am 1. Mai ist der noch im 81. Lebensjahr als Pfarrer für Kirchberg, Süßenbach und Weißenalbern aktiv gewesene Altdechant Hermann Katzenschlager infolge einer plötzlich aufgetretenen, schweren Erkrankung verstorben. Die Kirchengemeinschaft verlor, wie Herbert Schlosser als sein einstiger Nachfolger im Dekant sagt, einen „überaus fleißigen Priester und für seine Mitmenschen sehr guten Seelsorger“. Die Marktgemeinde Kirchberg verlor einen Ehrenbürger.

Trauer um „Kollegen und Freund.“ „Es ist traurig, einen langjährigen Kollegen und Freund verabschieden zu müssen“, betont Schlosser. Schlosser dankt vor allem jenen Mitgliedern der Pfarren Kirchberg, Weißenalbern und Süßenbach, die Katzenschlager vor einigen Wochen bei der Übersiedelung in ein kleines Haus in Weitra tatkräftig geholfen und den gesundheitlich angeschlagenen Priester unterstützt haben. „Diese helfenden Hände sind auch bei der Organisation des Begräbnisses sehr engagiert“, betont Schlosser. Dafür gibt es einiges zu tun.

Persönliche Verabschiedung im Vorfeld, Begräbnis für Eingeladene. Am 5. Mai wird Hermann Katzenschlager ab 15 Uhr in der Pfarrkirche Weitra aufgebahrt. Bis 18.30 Uhr besteht die Möglichkeit, sich vom Verstorbenen persönlich zu verabschieden. Um 18.30 Uhr beginnt der Rosenkranz, um 19 Uhr wird eine Messe für den Priester gelesen. Denselben Ablauf gibt es auch am 6. Mai in der Pfarrkirche Süßenbach sowie am 7. Mai in der Kirche von Weißenalbern.

Das Begräbnis findet schließlich am Samstag, 8. Mai, in Kirchberg statt – wobei daran coronabedingt nur eingeladene Gäste teilnehmen dürfen. Ab 9 Uhr wird der Sarg in der Pfarrkirche zum persönlichen Abschied aufgestellt. Um 13.30 Uhr beginnt der Rosenkranz, um 14 Uhr das Requiem. Danach wird der Alt-Dechant und Konsistorialrat Katzenschlager in einem der beiden Priestergräber am Friedhof in Kirchberg beigesetzt.

Fast 60 Jahre lang im Dienst der Kirche. Hermann Katzenschlager wurde 1963 zum Priester geweiht, die Primiz feierte er in seiner Heimatgemeinde Weitra. Danach war er Kaplan in den Pfarren Sigmundsherberg, Tulln, Haag und Ottenschlag. Seit 1972 war Katzenschlager Pfarrer in Kirchberg. 1982 kam die Pfarre Weißenalbern, 1992 die Pfarre Süßenbach zu seinem Wirkungsbereich hinzu. Er wurde Dechant-Stellvertreter und 2002 Dechant für das damalige Dekanat Weitra, das sich auf das Gebiet der Pfarren zwischen Gmünd und Karlstift erstreckte.

Sechs Jahre später, als die Dekanate Weitra und Heidenreichstein zum Dekanat Gmünd fusioniert wurden, gelangte er an die Spitze des großen neuen Dekanats mit immerhin 32 Pfarren und damals 33.000 Katholiken. Die Zusammenlegung sei eine Herausforderung gewesen, anerkennt der Schremser Stadtpfarrer Herbert Schlosser, der Katzenschlager als einstiger Stellvertreter im Jahr 2016 an die Spitze des Dekanates gefolgt war: „Nicht die Zusammenlegung selber, sondern danach die Betreuung von den 32 Pfarren.“

Kein Beruf, sondern Berufung. „Die Motivation und der Antrieb in der Arbeit als Priester sind der klare seelsorgliche Auftrag, den wir Priester zu erfüllen haben“, sagte Hermann Katzenschlager anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums im Jahr 2013: „Das macht die Priester-Berufung aus.“ Seine Aufgaben erfüllte er tatsächlich nicht als Beruf, sondern mit großer Leidenschaft als Berufung – bis in sein letztes Lebensjahr.

Das bestätigt auch der vom Ableben betroffene Kirchberger Bürgermeister Karl Schützenhofer. „Sein Tod ist ein großer Verlust für unsere Gemeinde. Auch wenn er zuletzt nicht mehr bei uns gelebt und gewirkt hat, so hat er doch sehr, sehr lange sein Leben für die Mitmenschen gewidmet und das mit großem Engagement.“ Die Gemeinde, deren Ehrenbürger der Verstorbene seit dem 60. Geburtstag im Jahr 2000 war, ehre es sehr, dass Hermann Katzenschlager seine letzte Ruhestätte hier finden wird. Schützenhofer: „Mit der Pflege des Grabes, die die Gemeinde natürlich übernehmen wird, können wir ihm noch etwas von seiner großartigen Arbeit zurückgeben und uns bei ihm bedanken.“

Janusz Wrobel wird von der Vertretung zum Nachfolger. Dechant Schlosser freut sich, mit Kaplan Janusz Wrobel einen Nachfolger für Hermann Katzenschlager gefunden zu haben, der „bereits zum Liebling in den drei Pfarren geworden ist. Er strahlt so viel Freundlichkeit aus, ist auch sehr bemüht.“

Janusz Wrobel wird Pfarrer für Kirchberg, Süßenbach und Weißenalbern.
privat, privat

Das bestätigt Bürgermeister Karl Schützenhofer, der sich wie viele andere Pfarrangehörige wünscht, dass Wrobel langfristig in den drei Kirchberger Pfarren tätig sein wird: Der Kaplan, der bisher in der Pfarre Gmünd-Neustadt gewirkt hatte, war hier seit Ostern für Katzenschlager eingesprungen und just per 1. Mai offiziell mit der Leitung der drei Pfarren betraut worden.