Silke Kropacek träumt dank Roboter vom Gehen. Silke Kropacek über erste Schritte im „Ekso-Skelett“. Aussicht auf Weiterentwicklung.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Juni 2019 (05:46)
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Erste Schritte von Silke Kropacek nach 23 Jahren.

„Nachdem ich seit 23 Jahren im Rollstuhl unterwegs bin, war es eine der schönsten Erfahrungen der vergangenen Jahre überhaupt.“ Silke Kropacek, die seit einem schweren Verkehrsunfall 1996 auf die Dienste eines E-Rollstuhls und von „persönlichen Assistenten“ angewiesen ist, kann wieder gehen. Das kleine Wunder ermöglicht ein „Ekso-Skelett“.

Die Kirchberger Initiatorin der Selbsthilfegruppe „Anders“ habe durch einen „unscheinbaren Zeitungsartikel“ von diesen Gehrobotern erfahren, sagt sie. Das Metallskelett, das über die USA den Weg nach Europa fand, umschließt den Körper und stützt ihn so stark, dass auch Gelähmte wieder aufstehen und gehen können. Seit wenigen Jahren wird es mit Erfolg in der medizinischen Rehabilitation eingesetzt.

 Vision: Gehen ohne Hilfe durch Andere

 Dreimal konnte Silke Kropacek mittlerweile mit dem Ekso-Skelett jeweils eine Stunde in aufrechter Haltung trainieren. „Einer der schönsten Momente war, dass sich das aufrechte Gehen für mich als ganz ‚normal‘ anfühlte. Mein Gehirn hatte den Bewegungsablauf im Unterbewusstsein gespeichert“, sagt sie. Der Roboter helfe beim Wiedererlernen eines korrekten Schrittmusters, werde ständig weiter entwickelt: „Für Personen mit Querschnittlähmung, Schlaganfällen usw. bedeutet dies die Chance, wieder selbstständig zu gehen. Für mich bedeutet es, jeden Augenblick zu genießen, in dem ich meine volle Größe und jeden einzelnen funktionierenden Muskel spüre.“

Dass ein Ekso-Skelett ohne Begleitung von Therapeuten eingesetzt werden kann, ist das Ziel der Wiener Initiative „Tech2People“ um Gregor Demblin, der seit einem Badeunfall selbst querschnittgelähmt ist: Er arbeite daran, den Roboter in einigen Jahren vielleicht unter seinem Anzug tragen oder damit alleine auf den Berg gehen zu können, sagt er dem Gesundheits-Magazin „impuls wissen“. Das Training im Ekso-Skelett aktiviere die Muskulatur, ergänzt Physiotherapeut Dennis Veit gegenüber dem Magazin – es bringe aber auch das Herz-Kreislauf-System in Schwung, beuge dem Abbau von Muskeln und Knochen vor.

Der Traum von Silke Kropacek ist es, dass eine solche Form des Gehroboters eines Tages nicht nur unabhängig von anderen im Alltag einsetzbar, sondern vor allem auch für Privatpersonen finanziell erschwinglich ist.