Nahversorgung: Es fängt schon beim Grüßen an. Drei FamilienGenerationen Walenta sorgen für das Wohl der Kirchberger und Waldensteiner.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. November 2019 (05:19)
Andreas Walenta leitet erfolgreich zwei Nahversorger-Betriebe, einen in Kirchberg und einen in Waldenstein.
Karin Pollak

Brot, Milch, Mehl und Klopapier – viele verbinden mit dem Nahversorger die Güter des täglichen Bedarfs. Aber es steckt viel mehr dahinter. Was, das durchleuchtet die NÖN anhand der Kaufmannsfamilie Walenta aus Kirchberg.

Das Kaufhaus Walenta wurde 1934 gegründet. Mittlerweile führt es Andreas Walenta in der vierten Generation – und Oma, Opa, Mama und Papa arbeiten noch fleißig mit. „Das große Sortiment ist das Um und Auf. Wir wollen ja die Wünsche der Kunden erfüllen“, zeigt der bald 30-jährige Andreas Walenta auf. Über 3.000 Artikel gibt es in seinem Geschäft, von Farben, Werkzeug bis hin zu Lebensmitteln, Feinkost, Obst und Gemüse und frischem Gebäck. „Wir führen sogar Artikel für die Imker. Das hat sich so ergeben, wir sind nämlich gar keine Bienenzüchter“, lacht Walenta. Besonderes Service ist das Platten- und Brötchenservice (auf Bestellung), und bei den Farben und Lacken können 1,5 Millionen Farbtöne vor Ort gemischt werden.

 „Wichtig ist, dass man den persönlichen Kontakt zum Kunden nie verliert.“ Andreas Walenta, Kaufmann in Kirchberg und Waldenstein

 „Wichtig ist, dass man den persönlichen Kontakt zum Kunden nie verliert. Das wird geschätzt“, ist er überzeugt. Das hätten schon seine Großeltern vorgelebt, die Eltern an ihn weitergegeben. „Viele unserer Stammkunden betonen, dass sie gerne zu uns kommen, weil hier jemand ist, mit dem man reden kann. In einem großen Supermarkt ist das nicht so.“ Schon ein nettes „Guten Morgen Frau sowieso“ bringe ein Lächeln ins Gesicht eines Kunden – und das ist der Lohn für den großen Einsatz der Walentas, die natürlich bei Bedarf für die Hauszustellung des Einkaufes sorgen, spezielle Kundenwünsche so rasch wie möglich erfüllen und auch Nachhaltigkeit leben.

 Weggeschmissen wird so gut wie gar nichts

 „Bei uns wird kaum etwas weggeschmissen. Alles was übrig bleibt, verarbeiten wir selbst. Wurstanschnitte werden zu Wurstfleckerl verkocht, aus nicht verkauften Kipferln gibt es köstlichen Kipferlschmarrn, das Obst wird zu Marmeladen oder Saft“, zeigt der Jüngste im Walenta-Clan auf, der seine wenige Freizeit der Feuerwehr als Jugendbetreuer oder der Kirche als Mesner widmet.

„Man muss als Nahversorger präsent sein, nicht nur im Geschäft, sondern auch bei Veranstaltungen. Das bringt die Nähe zum Kunden“, ist er überzeugt. Das lebt er nicht nur in seiner Heimatgemeinde Kirchberg, sondern auch in Waldenstein, wo er vor zwei Jahren ein weiteres Nahversorger-Geschäft eröffnet hat.
„Diese Entscheidung habe ich nicht bereut, das Geschäft hat sich besser entwickelt als erwartet. Auch hier wird gerne eingekauft.“
Das Vertrauen ist auch gegenüber den Zulieferern groß. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Waren, die bis 18 Uhr bestellt werden, sind laut Andreas Walenta am nächsten Vormittag schon im Haus.

„Man muss immer am neuesten Stand sein. Auch bei den Lebensmitteln“ – erst vor wenigen Tagen gab es in Waldenstein eine Käseverkostung, drei neue Sorten sind jetzt im Kühlregal zu finden.

Für ihre Kunden lebt also die Familie Walenta mit vollstem Einsatz und großer Umsicht, ebenso die insgesamt sieben Mitarbeiter. „Wir schaffen uns jetzt ein Notstromaggregat an. Wie man mit den Bildern aus Kärnten oder Osttirol sieht, kann es schnell zu einer Katastrophe kommen, bei der der Strom ausfällt oder ein Ort von der Umwelt abgeschnitten ist“, sagt Andreas Walenta: „Dann ist ein Nahversorger wirklich ein Nahversorger. Aber dafür muss man auch gerüstet sein.“

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