Nach Rücktritts-Forderung: Vize Fürnsinn hört auf. Knalleffekt in der Schrammelstadt: Eine Woche vor der Konstituierung des Gemeinderates reichte Vizebürgermeister Reinhard Fürnsinn (ÖVP) den Verzicht auf sein Mandat in der kommenden Periode 2020 bis 2025 ein. Er wird somit per 26. Februar als Vizebürgermeister der Stadt Litschau aufhören und aus dem Gemeinderat ausscheiden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 19. Februar 2020 (18:09)
Markus Lohninger

Rücktritt von Opposition gefordert

Rainer Fürnsinn kam damit indirekt anhaltenden Rücktritts-Aufforderungen seitens Bürgerliste BBL und SPÖ im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten unter seiner Obmannschaft im TOC Reingers als Veranstalter des Traktorrennens nach: Bis zur konstituierenden Sitzung am Aschermittwoch bleibt er Vizebürgermeister, dann muss das Amt neu besetzt werden.

Als Ersatzmitglied wurde bereits Thomas Steiner – Obmann-Stellvertreter der Bezirksbauernkammer – als Nächstgereihter der ÖVP-Kandidatenliste in den Gemeinderat einberufen, wie Stadtamts-Direktor Jürgen Uitz gegenüber der NÖN bestätigte.

Seitens der NÖN konnte Reinhard Fürnsinn noch nicht erreicht werden. VP-Bürgermeister Rainer Hirschmann hält fest, dass ihn Fürnsinn am vorigen Sonntagabend in einem persönlichen Gespräch über den bevorstehenden Mandatsverticht informiert habe. Wer dem Gemeinderat bei dessen konstituierender Sitzung am 26. Februar als neuer Vizebürgermeister vorgeschlagen werden soll, das verrät Hirschmann noch nicht: Er wolle der Wahl nicht vorgreifen, sagt er (vollständige Stellungnahme untenstehend!).

Jahrzehntelanges Engagement

Der vielfach ehrenamtlich engagierte und weit über Litschau hinaus beliebte Reinhard Fürnsinn war seit seiner Jugend auch politisch tätig – und schon als 17-jähriger VP-Ortsparteiobmann in Schandachen gewesen.

Im Jahr 2010 holte ihn Bürgermeister Otto Huslich in den Gemeinderat, vier Jahre später rückte er innerhalb kürzester Zeit zum Stadtrat und schließlich auch Vizebürgermeister auf: Huslich verstarb Mitte 2014 völlig unerwartet, sein Stellvertreter Rainer Hirschmann wurde zum neuen Bürgermeister und der damalige Stadtrat Franz Koller zum neuen Vizebürger gewählt, und Fürnsinn rückte an dessen Stelle in den Stadtrat nach.

Nur sechs Wochen später verstarb auch Koller bei einem tragischen Arbeitsunfall, und Reinhard Fürnsinn wurde Vizebürgermeister der Stadt Litschau.

Stellungnahme von Bürgermeister Rainer Hirschmann

Am Mittwoch, den 26. Februar 2020 werden die neu gewählten Vertreter der Stadtgemeinde Litschau zur konstituierenden Sitzung zusammentreten und unteranderen den Bürgermeister, den Vizebürgermeister und die Stadträte aus ihrer Mitte wählen. Da ich diesen Wahlen nicht vorgreifen möchte bitte ich um Verständnis, dass ich zu den einzelnen Funktionsbesetzungen derzeit noch nichts sagen möchte. Ich kann Ihnen jedoch mitteilen, dass mein bisheriger Stellvertreter, Herr Reinhard Fürnsinn dem zukünftigen Stadtrat nicht angehören wird. Reinhard Fürnsinn hat mir am Sonntagabend in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass er auf sein bei der Gemeinderatswahl vom 26. Jänner 2020 erzielte Mandat verzichten wird. Seinen frei werdenden Gemeinderatssitz wird der auf dem Wahlvorschlag der ÖVP Litschau nächstgereihte Kandidat, Herr Thomas Steiner übernehmen.