Absturz ist auch hausgemacht. Über SPÖ-Trennungs-Schmerzen und Wahlschlappen

Von Markus Lohninger. Erstellt am 19. Juni 2019 (05:00)

Keine Aussprache, keine Suche nach einer harmonischen Lösung: Das Ende von SP-Antoni im Nationalrat wurde etwas radikal angebahnt. Als Alternative zur Meuterei unter den eigenen Parteifreunden blieb nur, selber über die Klinge zu springen.

Dass der Bezirk Gmünd als einstige SP-Bastion massiv bröckelt, liegt nur zum Teil am Wandel der Arbeitswelt und Wählertendenzen weg von der politischen Mitte. Es ist auch Ergebnis der Selbstzerstörung einer Partei, deren Absturz im Bezirk mit dem Ignorieren des letzten großen Hoffnungsträgers Hans Pichler begann. Es folgten ohne Anspruch auf Vollständigkeit: der abgesägte Gmünder Stadtrat Hauer, der der SP den Bürgermeister kostete und die Karriere von Polit-Youngster Beer beendete; der unsanfte Abgang von Stadtchef Österreicher in Schrems; Viktoria Prinz, die nach guter Landtagswahl anstand und nun die Gründung einer eigenen Liste erwägt. Geht es so weiter, dann gehen den Genossen bald nicht nur die Wähler aus – sondern auch die Personalreserven.