Erstellt am 13. Juni 2018, 02:57

von Markus Lohninger

Anschauungs-Unterricht. Markus Lohninger zur Signalwirkung des B41-Ausbau-Stopps für die „Europaspange“

Eine der letzten politischen Entscheidungen des 2017 aus dem Amt getretenen Landeshauptmanns Pröll fiel im Schatten einer Serie an bösen Unfällen: Sie betraf millionenschwere Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an der B41, die den Gmünder Bezirk zwischen Schrems und Karlstift durchzieht. Das jahrelange Flehen schien endlich Früchte zu tragen. Herzstück des Paketes war der vierspurige Fortbau der höchst frequentierten Passage zwischen Gmünd und Schrems, der auch im Winter 2018 noch für heuer angekündigt wurde.

Dann genügte ein einziger der etwa 50 Besitzer von kleinen Grundstückszipfeln entlang der nicht einmal 1,3 Kilometer, um das komplette Projekt auf Eis zu legen. Ein mühsamer Behördenprozess ist unabdingbar. Der Fall ist Anschauungs-Material dafür, was Planer einer hochrangigen Straße durchs Waldviertel erwarten kann. Dort geht es nicht bloß ums Verbreitern eines kurzen Straßenstücks, sondern eine völlig neue Trasse auf zig-facher Länge. Dementsprechend brutaler kann der Aufenthalt im Bürokratie-Dschungel ausfallen. Umso wichtiger ist es, ein sauberes, ausgeklügeltes Gesamtkonzept auf die Beine zu stellen – und dann rasch mit der Überzeugungsarbeit zu beginnen.

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