Das Waldviertler Stehaufmandl. Über den auf den ersten Blick überraschenden Zores in Amaliendorf.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 15. Mai 2019 (01:00)

Amaliendorf hat schon tiefere Täler durchschritten. Dennoch brodelt es. Nicht nur vier Niederlagen in Folge, sondern vier deftige, verdiente. Dazu dürfte es intern rumort haben. Anders ist nicht zu erklären, dass man fünf Wochen vor Ende einer Saison, die sehr gut lief und eigentlich gar nicht mehr schlecht werden kann, den Trainer wechselt.

Verbunden mit etlichen sich anbahnenden Spielerabgängen ist verständlich, dass sich man- che um den SCA fürchten. Verglichen mit Problemen, die man in der Vergangenheit bewältigt hat, sind das jetzt aber Peanuts.

Da war etwa der Zwangsabstieg aus der 1. Landesliga, zweimal ging’s in die Gebietsliga. Stets kam man schnell zurück. Das zeugt vom Zusammenhalt und einer sehr starken Identifikation der Ortschaft und Einwohner mit dem Verein. So ist es möglich, einen Dorfklub so lange als Topteam im Waldviertel und NÖ zu positionieren. Einige Dorfver-eine stiegen in dieser Zeit höher, fielen wenig später aber tiefer. Amaliendorf blieb seit 1976 – und das unmittelbar neben den traditionsreichen Fußballstädten Heidenreichstein und Litschau. Das verdient Respekt.

Darum wird es zu verkraften sein, wenn man noch etwas den Schmerz der „verlorenen“ Meisterschaft abklingen lässt. Dann gilt es aber wieder, sich auf die Tugenden zu besinnen. So wird das Waldviertler Stehaufmandl auch dieses Tief durchtauchen. Bange braucht einem nicht sein.