Erstellt am 07. März 2018, 03:30

von Markus Lohninger

Der „Anschluss“ – und wir. Markus Lohninger über das Jahr 1938 und die Lehren daraus für die Gegenwart

Am Montag wird der Anschluss Österreichs ans nationalsozialistische Deutsche Reich 80 Jahre her sein. 80 Jahre sind vergangen, seit auch bei uns Menschenmassen für Hitler marschierten. Seit aus Freude Bäume gesetzt wurden (die oft heute noch stehen). Seit auch bei uns unbescholtene Mitbürger anderer Herkunft, Religion oder Gesinnung verspottet, gedemütigt, geplündert, vertrieben, ermordet wurden. Die herbeigesehnte Erlösung von allen Sorgen durch einen vermeintlichen Wunderwuzzi wurde zur kolossalen Katastrophe, die auch im Bezirk Gmünd neben humanitärem Elend und wirtschaftlichem Zusammenbruch mehr als 3.000 Todesopfer in Militär, Zivilbevölkerung und Judenlager forderte – so viele Köpfe, wie die Gemeinden Eggern, Eisgarn, Haugschlag, Hirschbach, Reingers heute zusammen zählen.

Was das alles mit uns zu tun hat, die wir 80 Jahre später leben? Nichts. Mit uns zu tun hat aber die Frage, wie wir heute dem Geist von 1938 begegnen – der wieder neuen Hass, Neid, Niedertracht, Egoismus, Überheblichkeit und Ausgrenzung streut: Uns hat die Geschichte – anders als die Jubelnden von 1938 – sehr wohl gelehrt, wie untauglich Konzepte auf einer solchen Basis für das Bewältigen der Probleme einer Zeit sind!