Erstellt am 18. Januar 2017, 03:10

von Markus Lohninger

Die Begegnung würde gut tun. Markus Lohninger über Hetzer und verpasste Gelegenheiten.

Die Erkenntnis vom Lokalaugenschein zehn Monate nach dem Start des Gmünder „Begegnungs-Cafés“ mit dem Ziel des Austausches zwischen Heimischen und Flüchtlingen: Am neuen Standort im Sonderschul- Gebäude gibt es in einer Schulklasse ein kleines Programm für eine Kindergruppe, in der Küche gibt es den Kaffeeplausch einiger Jugendlicher, im Stiegenaufgang wird „gewuzzelt“, in Gang und Aula wird auf mehreren Tischen verstreut bei Kaffee und Gebäck quer durch alle Nationen geschnattert. Gut 15 Helfer und 70 Flüchtlinge sorgen für reges Treiben in den ansonsten um diese Zeit ungenutzten Räumen. Getratscht wird auch in Deutsch, und zwar reichlich.

Die anfängliche Scheu ist verflogen, es gibt kein „Wir“ und kein „Die“. Jung und Alt, Frauen und Männer – alle begegnen einander freundlich und respektvoll. Das Unheimliche und Böse, als das das Flüchtlingswesen häufig immer noch erfolgreich dargestellt wird, existiert hier nicht. Landsleute, die falsche und teils absurde Meldungen nicht nur glauben, sondern sogar selbst weiter verbreiten, könnten hier Argumente gegen ihr Unbehagen finden. Warum versuchen sie das nicht einmal?