Die Welt ist böse, irgendwie. Markus Lohninger zu Zahlen, die von der FPÖ gefordert wurden und ihren Fans nicht passen

Von Markus Lohninger. Erstellt am 13. September 2017 (02:56)

Eine FPÖ-Abgeordnete hat an ÖVP-Innenminister Sobotka eine parlamentarische Anfrage zum Thema Ausländer und Sexualstraftaten gestellt. Der hat die angeforderten Zahlen auf Bezirke ausgewertet geliefert. Die Gmünder NÖN hat dazu berichtet. In drei Jahren gab es demnach im Bezirk zwei „fremde“ Tatverdächtige. Reaktionen im Internet zeigen alarmierend, wohin sich unsere Demokratie entwickelt. Statistiken würden von Auftraggebern verlangt, seien „dehnbar und reine Auslegungssache“, hieß es.

Die NÖN sei „Lügenpresse“ und für die Veröffentlichung dieser „Traumzahlen“ bezahlt worden, Gmünd habe praktisch keine Ausländer und folglich wenige ausländische Gewalttäter (dabei wurde eben erst über zu viele Flüchtlinge gejammert), viele Delikte würden nicht „publik gemacht“.

Das Auskunftsblatt des Ministeriums ist als Quelle im Artikel auf gmünd.NÖN.at klar sichtbar eingebettet. Aber bald wird gewählt. Manche reimen die Welt für Unentschlossene so zurecht, als müsste sie neu gebaut werden und glauben, das Polit-Personal (das sie auch noch bekräftigt) dafür zu kennen. Marko Feingold, 104-jähriger KZ-Überlebender, erzählte in Schrems, wohin dumpfe Feindbild-Propaganda schon führen konnte. Nehmen wir uns in Acht davor.