Einkauf auch zum Selbstzweck. Markus Lohninger über die regionale Verantwortung in Zeiten des Online-Einkaufs

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. Februar 2017 (02:55)

„Fahr‘ nicht fort, kauf‘ im Ort“ war gestern, heute bedarf der Slogan für den Einkauf im lokalen Laden der Erneuerung: Das Internet ist der neue Feind – gegen den die Gmünder Kaufleute bald massiv vorgehen wollen.

Erlagen Sie bereits einmal der Versuchung „Online-Kauf“? Warum taten Sie das? War es der Überblick über eine breite Angebotspalette, gepaart mit Beschreibungen und Erfahrungen anderer Käufer? War es die Bequemlichkeit bei der Bestellung während der Bahnfahrt, am Arbeitsplatz oder um Mitternacht daheim auf der Couch? Die Aussicht auf den Umtausch gegen Bares statt Gutscheine mit Ablaufdatum? War es der Preis?

Der Einzelhandel, bei dem der Chef oft noch selber im Laden steht, tut sich gegen diese Argumente schwer. Er kann darauf mit starker Spezialisierung antworten und so echtes Fachpublikum anlocken. Er kann den Internet-Komfort übernehmen und auch 24 Stunden lang mitteilen, was er wann zu welchem Preis liefern bzw. zurücknehmen will. Oder er kann dem Internet ein lebendigeres Shopping-Erlebnis entgegensetzen. Irgendein intensiver Reiz scheint jedenfalls notwendig, um Kunden eines zu verdeutlichen: dass sie mit ihrem regionalen Einkauf auch über regionale Jobs und regionale Lebensqualität entscheiden.