Entscheidungen müssen her. Markus Lohninger über anstehende Richtungsfragen nach der Serie an Wolfsattacken

Von Markus Lohninger. Erstellt am 08. August 2018 (08:52)

Monatelang köchelte das Thema dahin, einmal mehr, einmal wenig. Viel wurde geredet. Wenig wurde bestätigt. Manches vielleicht frei erfunden. Anfängliches Staunen und Schwärmereien kippten in weiten Teilen der Bevölkerung allmählich in Richtung tatsächlicher Sorge. Wenn ein Wolf in Hausnähe trotz Stromsicherung mehr als 40 kg schwere Schafe in Stücke reißt – wer garantiert dann, dass er nicht irgendwann Menschen auf die Pelle rückt, vielleicht auch nur in einer Reaktion?

Nach den ziemlich eindeutigen Ereignissen der vergangenen Tage im oberen Waldviertel erübrigt sich wohl jede weitere Spekulation – wir können fix davon ausgehen, dass der Wolf bei uns angekommen ist. Also: Wollen wir, dass Wölfe bei uns langfristig die Natur zurückerobern? Wenn nein, dann sind die nächsten Schritte vorstellbar. Wenn ja, in welchem Ausmaß soll das dann geschehen?

Soll es Grenzen für die Ausbreitung oder Population des Wolfes geben, und wo liegen diese? Was muss dann zum Schutz von Betrieben, Tierhaltern und – in letzter Konsequenz vielleicht – menschlichen Existenzen getan werden? Zu all diesen Fragen sind Entscheidungen herbeizuführen. Sie sind nicht länger aufschiebbar!

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