Feindschaft über den Tod hinaus. Markus Lohninger zum unversöhnlichen Abschied von Otto Huslich.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 11. Juni 2014 (11:18)

Es war fast zu erahnen gewesen: Ganz so locker, wie es sich der neue Litschauer Bürgermeister Rainer Hirschmann vielleicht vorgestellt hatte, war die posthume Ernennung seines plötzlich verstorbenen Vorgängers Otto Huslich zum Ehrenbürger im Gemeinderat nicht durchzubringen. Keine der Oppositionsparteien stimmte dem Antrag der ÖVP zu – er wurde abgelehnt.

Die Argumentation der SPÖ ist nachvollziehbar: Die Sinnhaftigkeit der nachträglichen Ernennung eines Toten zum Ehrenbürger bietet tatsächlich Raum für Diskussionen. Auch das Ansinnen von „Politische Heimat Aktiv“-Mandatar Eduard Waltenberger ist grundsätzlich zu verstehen: Er findet, dass sich Huslich die Ehrung nicht verdient hat, und es steht ihm zu, das zu sagen.

Dass er aber einen Verstorbenen – der sich nicht wehren kann – mit Schmutzkübeln bewirft, ihm nachträglich Bereicherung auf Gemeindekosten und Mitschuld am Weg zur Sanierungsgemeinde vorwirft, das ist wirklich geschmacklos.

Otto Huslich soll seine Fehler gemacht haben. Einen solchen Abgang hat er aber nach vielen Jahren im Vollzeit-Dienst für die Stadtgemeinde nicht verdient. Genauso wenig, wie ihn sich Waltenberger verdient haben wird, wenn er eines Tages nach vielen Jahren als wachsamer Oppositionspolitiker seine letzte Ruhe finden wird.