Kein Delikt, aber Ungeschick. Zur schlecht gelösten Schremser Inseraten-Causa

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. April 2019 (06:09)

Karl Harrer hat gerade mehr Werbung, als ihm lieb ist: Ein Inserat mit seinem Konterfei, Weihnachtsgrüßen und SPÖ-Logos in einem Gratisblatt macht vor Ostern die Runde – weil die Rechnung nicht an die Partei des Schremser Bürgermeisters, sondern an die Stadtgemeinde ging und dort bezahlt wurde. Hand aufs Herz: Wer Harrer kennt, der weiß, dass er viel zu stolz, stur und geradlinig ist, um die Gemeinde um 250 Euro zu prellen. Es waren blöde Zufälle.

Reagiert die VP-Opposition also über, wenn sie die Causa zum Skandal erklärt? Gegenfrage: Würden kein Jahr vor der nächsten Wahl andere Oppositionsparteien in anderen Gemeinden anders reagieren? Klar fordert die VP nach einem solchen Fauxpas die Prüfung auf weitere blöde Zufälle. Und Harrer sollte sagen: „Kommt, seht nach, es war wirklich nur ein Einzelfall!“

Indem er das explizit nicht tut, serviert er der Volkspartei ein süßes Wahlzuckerl am Silbertablett – das die sich im Wahlkampf genüsslich auf der Zunge zergehen lassen wird.