Kleiner Nenner, großer Nutzen?. Markus Lohninger über die aufgewärmte Vision einer W4-Autobahn nach Linz

Von Markus Lohninger. Erstellt am 24. Januar 2018 (04:51)

Noch einige Gedanken zum Wahlkampf-Evergreen namens „Waldviertel-Autobahn“, bevor er nach dem 28. Jänner wieder eingemottet werden kann.

Der Trassenverlauf wird ungern politisch diskutiert, weil die vier Bezirke ungeachtet vom Blick auf das große Ganze ebenso viele Trassen mit selbem Zielpunkt Wien möchten. Umso unerwarteter kam 2016 der Vorstoß des St. Martiner Gemeindechefs, der als einer von erst wenigen Politikern eine klare Linie vorschlug: jene aus Salzburg-Linz quer durchs Waldviertel, via Tschechien-Polen in den Baltikum. Das Ding ohne Wien wäre für Autobahnplaner nicht blöd, weil es den Fernverkehr-Bogen über St. Pölten und Wien entlasten könnte. Vor allem wäre es, wie ausgerechnet Bahn-Aktivist Gerald Hohenbichler nun aufzeigt, für uns sogar eher klug: Es würde die in realistische Ausbau-Konzepte verwobenen Bundesstraßen verknüpfen, das Waldviertel an alternative Wirtschaftsräume andocken und zugleich neue Ballungsräume für unsere Tourismus- und Wirtschafts-Region erschließen.

Würden wir ernsthaft über eine Autobahn reden, dann müssten wir diese Diagonale ebenso ernsthaft in Erwägung ziehen. Aber jetzt wählen wir mal. Und dann schauen wir wohl weiter.