Der Wolf wird „greifbar“. Markus Lohninger zur Rückkehr eines Tiers zwischen Schmusekätzchen und Bestie

Von Markus Lohninger. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:00)

Nichts ist so zugkräftig wie die Angst. Politik-Berater wissen das, Firmenbosse wissen das, Medien wissen das. Angst mischt sich auch allmählich in zuerst freudiges Erstaunen über die Rückkehr des Wolfs in unsere Wälder. Eine Kurier-OGM-Umfrage in Niederösterreich ergab erst im Spätherbst eine klare Mehrheit für den Schutz der Wölfe. Aber: Die größte Zustimmung zum Abschuss gab es im Waldviertel – dort, wo der Wolf sich wohlzufühlen beginnt.

Kein Wunder, das Tier wird hier gedanklich „greifbarer“. Sichtungen und konkrete Vorfälle mehren sich. An Orten, an denen es zu Überschneidungen kommt, könnte es eines Tages wohl wieder zu ersten Begegnungen zwischen Wolf und Mensch kommen.

Wenn wir aber schon von zunehmenden Problemen beim Aufeinandertreffen von – gemeinhin nicht als Angstmacher verrufenen – Kühen und Wanderern (vor allem mit Hund) hören: Dann wäre es allmählich an der Zeit, das richtige Verhalten nicht nur Hund und Kuh, sondern auch dem Wolf gegenüber zu thematisieren. Das würde vermutlich dabei helfen, den Spagat zwischen dem Bild des Schmusekätzchens und jenem der Bestie zu überwinden.