Für einen Witz ist das zu ernst. Über fatale Tendenzen im Umgang mit Covid-19.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:10)

Wer sich aktuell durch angeblich soziale Medien blättert, steht rasch zwischen den Fronten eines Glaubenskrieges – „rechts“ oder „links“ war gestern, heute heißt es „pro“ oder „contra“. Corona hat den Rang eines Politikums, in dem gewählte Volksvertreter mit Experten wegen Aktionen und deren Bedeutung für Sonntagsfragen debattieren, überschritten. Die Politik vom Kanzler abwärts ist daran mitschuldig: Erst wurde die Angst ums nackte Überleben geschürt, dann wurde mit einem Regel-Irrsinn begünstigt, dass das Virus in Teilen der Bevölkerung in den Bereich eines Witzes rückte.

Nichts davon ist gut. Infektionszahlen rattern auch im Bezirk Gmünd hoch – trotz hoher Schutzmaßnahmen und lange vor der Grippezeit. Umso wichtiger ist, dass Betroffene wie der Heidenreichsteiner Hans Pichler darüber erzählen. Sie helfen uns abseits von vielleicht gezielter Panikmache, eines zu verstehen: Dass CoV auch für grundsätzlich Robuste unlustig genug sein kann, um ernst genommen werden zu müssen.