Notverkäufe sind keine Tugend. Markus Lohninger über Politik und die Abhängigkeit der Region von fremdem Kapital

Von Markus Lohninger. Erstellt am 13. März 2019 (05:00)

Einige seiner dunkelsten Stunden erlebte der Arbeitsmarkt im Bezirk Gmünd, als große Betriebe durch Eigentümer in weiter Ferne – oft nach Absaugen letzter Förderungen, teils mitsamt hoch subventionierter Maschinenparks – über Nacht abgezogen wurden. Das eiskalt verkündete Ende der 2011 nach Kanada verkauften Husky-KTW in Waidhofen weckte insofern auch bei uns traumatische Erinnerungen.

Wäre das Drama politisch zu verhindern gewesen? Jein! Geld fürs Aufschieben der Abbaudrohung verpufft, siehe oben, mitunter sinnlos. Langfristig ist die Politik sehr wohl gefordert: Es ist allerhöchste Zeit für massive Erleichterungen für Betriebe in strukturschwachen Regionen, wo einige Dutzend Jobs echten Wert haben und 200 Kündigungen einen Schock auslösen.

Die Politik kann und muss hier helfen, die Abhängigkeit von fremdem Kapital zu reduzieren: Damit es zum Notverkauf regional gewachsener und verankerter Betriebe an Eigentümer, die das Waldviertel auf der Karte suchen müssen, gar nicht kommt.