Tiefpunkt ist letzte Chance. Über das Ringen um die Gmünder Baumann-Dekor.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:09)

Der Gang durch die verwaisten Büroreihen und Hallen ist von einer nostalgischen Vorstellung des mühsamen und lauten, aber produktiven und farbenfrohen Lebens begleitet, das im Traditionsbetrieb Baumann einst geherrscht haben mag. Heute sind gerade noch zweieinhalb Jobs da.

Selten zuvor konnte einer Firma so hautnah beim schrittweisen Abgang zugesehen werden. Geblieben ist der bittere Beigeschmack beim ausländischen Investor, der immerhin noch Geld in die krachende Firma gesteckt hat, genauso wie bei der Arbeitnehmervertretung, die nach der vielleicht letzten Kündigungswelle um das Recht der Betriebsräte kämpfen muss.

Aber: Wir sehen am Beispiel Ergee in Schrems, was uns noch erwarten könnte – ein wenig erquickendes Betriebsareal, der Job-Totalverlust und eine stolze Marke, degradiert zum Logo auf Diskontware aus Billigstlohnländern. Auch Baumann kann nicht mehr sehr weit abstürzen. Der Tiefpunkt ist hier die Chance auf einen wohl letzten Neuanfang unter neuen Vorzeichen.