Verzicht darf ruhig geil sein. Zum Mehrwert der Konzentration auf das Wesentliche

Von Markus Lohninger. Erstellt am 17. April 2019 (05:00)

Weniger Zucker, weniger Alkohol, weg von Tschick, Fleisch, Plastik, Handy oder Computer – unter dem Titel des Fastens werden unterschiedlichste Formen des Verzichtes zum Trend, wie die aktuellen NÖN-Beiträge belegen. Der vermeintliche Schritt zurück kann als Akt der Notwehr gegen Reizüberflutung und Konsumwahn verstanden werden; als Versuch, in Zeiten des selbstverständlichen Überflusses mit „Nimm 3, Zahl 2“- oder „1+1-Gratis“-Mentalitäten quasi den Stecker zu ziehen.

„Verzicht ist geil“ – als Werbespruch macht sich das aber tendenziell weniger schick. Sorgen müssen sich Gewerbetreibende und Marketing-Strategen trotzdem nicht: Fastenhotels standen schon vorm Frühling in voller Blüte, etliche Waldviertler Betriebe mit hochqualitativen Lebensmitteln und Handwerks-Produkten vom Schuh bis zur Einbauküche leben die Abkehr von der Masse und Hinwendung zu Qualität seit Jahren. Die Konzentration auf das Wesentliche ist jetzt schon ihr Erfolgsmodell und der Mehrwert ihrer Kunden.