Die Büchse der Pandora ist offen. Über die Anzeigenflut im Waldviertler Unterhaus.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 05. August 2020 (00:34)

Wie war das mit Zeitenwende?, stand an dieser Stelle am Ende der Transferzeit für Amateurklubs. Beim Blick auf die Mannschaftskader vieler Waldviertler Klubs hatte die Coronakrise auf den ersten Blick nur wenig verändert. Eine Reihe anonymer Anzeigen sorgt jetzt dafür, dass die Österreichische Gesundheitskasse zumindest einen zweiten Blick darauf werfen will. Läuft da wirklich alles im gesetzlichen Rahmen ab?

Die Aufregung nicht nur unter den betroffenen zwölf Vereinen ist groß. Unterm Strich ist fraglich, wie viel dabei herauskommen kann. Die abgabenfreie Grenze für Aufwandsentschädigungen für Spieler ist mit 540 Euro zum Einen recht großzügig bemessen, zum Anderen fällt wohl der Großteil der nicht-österreichischen Spieler ohnehin nicht unter diese Regelung, weil er in der Heimat sozialversichert ist. Und führt ein Verein wirklich Buch darüber, dass er seinen Spielern zuviel ausbezahlt, dann wird es nicht den Falschen treffen. Es wird nicht mehr als ein Schuss vor den Bug sein, ein Kratzen an der Oberfläche. Warum plötzlich überprüft wird, was jahrelang hingenommen wurde, ist aber eine interessante Frage.

Was der Auslöser war, ist aktuell schwer zu rekonstruieren. Fakt ist, dass es anonyme Anzeigen gab, auf die die Gesundheitskasse aktiv wurde. Wer dafür verantwortlich ist, ist aktuell eher zweitrangig. Kommt derjenige aber wirklich aus der Riege der Waldviertler Vereine, dann sind Racheaktionen schon vorprogrammiert. Das Vernaderer-Tum würde Blüten tragen. Und das für ein paar anonyme Anzeigen, die im Endeffekt vielleicht erst nichts bewirken…