Ohne Zuschauer wäre es sinnlos. Über einen Monat Fußball-Neustart auf den Zuschauerrängen im Waldviertel.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 16. September 2020 (02:17)

Ausgerechnet vor den Derbywochen der Waldviertler Landesligisten bescheren die ansteigenden Corona-Infektionen dem Amateurkick strengere Zuschauerbeschränkungen. Schrems hofft auf die Milde der Bezirkshauptmannschaft, gegen Waidhofen an die 500 Menschen ins Birkenpark-Stadion lassen zu dürfen. Nächste Woche wäre Zwettl der Gastgeber für den ASV – auch ohne Stehplätze? 400 Leute sitzend am Edelhof?

Warum die Bundesregierung den Klubs wieder die Daumenschrauben anzieht, zeigte sich in den Wochen nach dem Neustart ganz deutlich: Selbst wenn es auf Zuschauerrängen noch keine Infektion gab, ist es in der aktuellen Situation nur eine Frage der Zeit, bis die erste kommt, wenn sich auf Sportplätzen so wenige an die Vorgaben halten.

Es liegt in der Natur des Fußballplatzes, dass man mal näher rückt, dass man sich in der Emotion zuprostet, abklatscht, den Nebenmann umarmt, in der Bierlaune in der Kantine feiert… Aber genau das sind die Gründe, die es schon schwierig gemacht haben, überhaupt einen Start zu ermöglichen. Und genau das sind die Dinge, die sofort wieder Einzug gehalten haben. Im Sitzen wären sie zumindest nur eingeschränkt möglich.

Was wäre die Alternative? Maskenpflicht, dafür mehr Zuschauer? Eigenverantwortung funktioniert nicht. Man kann auch Vereinen nicht ankreiden, dass sie sich nicht die wenige Butter selbst noch vom Brot nehmen und Zuschauer verärgern. Sie appellieren immerhin. Eines ist aber klar: Dreht man dem Amateurkick die Zuschauer ab, kann man auch gleich wieder den Amateurkick abdrehen. Und das kann kein Fan wollen.