Regeln müssen auch lebbar sein. Es fehlt der rote Faden durch das Dickicht an Coronaregeln.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 20. Mai 2020 (03:46)

Was haben sich viele von uns doch gefürchtet vor Corona, haben sich wochenlang im Haus verkrochen, die Hände wund geschrubbt und die Faust geballt, wenn nicht nur „Hiesige“ bei uns unterwegs waren. Und nun?

Der Bezirk Gmünd scheint coronafrei zu sein. Jetzt plagt uns ein Geflecht an Abstandsregeln, die den freien Austausch vieler Fremder auf engem Raum beim Wirt gestatten, zum alleinigen Aufsuchen des Häusls die Maske vorsehen, oder die 29 Schremser Gemeinderäte für eine stinknormale Sitzung MN-geschützt in die Stadthalle antanzen lassen. Dazu kamen Diskrepanzen von Angekündigtem zu Verordnetem – und die größte Coronaparty mit dem Kanzler mittendrin. Regeln drohen aus dem Rang des Sakrosankten zum belächelten geflügelten Wort zu verwässern, der so erfolgreiche Weg der Regierung in der Sackgasse zu enden. Das Virus ist kein Jux. Es ist im Land, wenig erforscht, nicht tötbar. Es braucht Regeln für den Umgang damit. Aber die müssen klar, verständlich und schlüssig – also im Alltag lebbar – sein.