Regionalität ja – Abschottung nein. Über Regional- Bewusstsein in einer Region, die nicht an der Grenze enden sollte.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. Juni 2020 (03:45)

Werbung wirkt, gerade, wenn sie von der Bundesregierung kommt. Rot-weiß-rot ist „in“, nachdem uns das im Soge von Covid-19 wochenlang eingeschärft wurde: Das Bewusstsein für Regionalität dürfte aktuell stärker als je in der Bevölkerung verankert sein. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass vorübergehend in vielen Hinterköpfen die Frage mitläuft, welche Auswirkung die Kaufentscheidung oder Urlaubsbuchung des Einzelnen für die Gesamtheit hat – also in letzter Konsequenz für die eigene Lebens- und Arbeitswelt.

Aber Vorsicht! Was gerade für uns im Gmünder Bezirk nicht gut wäre, das wäre ein Rückfall in alte „Mia san mia“- und Abschottungs- Mentalitäten. Wir waren lange genug an einer toten Grenze und am Rand der österreichischen Wahrnehmung. Österreich ist für uns einfach zu wenig: Die Hälfte des Bezirkes ist nun mal nach Tschechien ausgerichtet, die gemeinsame Region nur durch eine in Kriegswirren gezogene Linie getrennt – was ebenfalls durch Corona stark ins Bewusstsein rückte. Machen wir die Linie nicht wieder dicker, als sie sein muss.