Schloss ist nicht gleich Schloss. Übers Schließen, damit es ein Öffnen geben kann.

Von Karin Pollak. Erstellt am 29. Juli 2020 (02:45)

Schon von Weitem ist das Juwel der Braustadt Weitra sichtbar: das Renaissanceschloss. Dieses Gebäude mit seinem einzigartigen Ambiente bleibt heuer für Besucher zu. Unverständlich für einige, geht es ja in anderen Schlössern und Museen trotz Corona auch, diese den Besuchern zugänglich zu machen.

Beim Schloss Weitra hängt aber weit mehr daran, als Besuchern einen Blick hinter die Mauern zu gewähren. Als Veranstaltungszentrum wird mit Einnahmen kalkuliert. Fallen die wie heuer aus, können sie durch Touristen, die „nur“ Eintritt für das Schloss zahlen, nicht kompensiert werden – zumal die Kosten weiterlaufen würden.

Hätte der rührige Schlossverein nun nicht die Notbremse gezogen, könnte die Situation in einem Jahr wie diesem existenzbedrohend sein – und damit einer Top-Attraktion das Ende bescheren. Bevor man also die Verantwortlichen „teert und federt“, sollte man sich damit begnügen, das Schloss heuer nur von außen zu bestaunen. Es wird ja nur verübergehend sein.