Schweigende Mehrheiten. Über den Umgang mit CoV und den Mut zur eigenen Meinung

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. April 2021 (03:05)

In heiklen Debatten hat eine Seite irgendwann die Oberhand, die andere hört auf mitzureden, und schon wirkt es, als würde alle Welt diese eine Meinung teilen.

Wir erleben diese Theorie der Schweigespirale in Covid-Zeiten hautnah mit, etwa anhand der NÖN-Story zum Amaliendorfer Geburtstags-Cluster. Kommentatoren spielen die Info herab, machen sie lächerlich, schreiben von häufigen bzw. falschen Tests, verorten gesundheitliche Folgen des Virus ins Reich der Lügen.

Dann appelliert eine Gmünder Unternehmerin an die Eigenverantwortung, weist auf Folgen von „Wird-schon-nix-passieren“-Mentalitäten auf Gesellschaft, Wirtschaft, Schul- oder Gesundheitssystem hin. In Kommentaren erntet sie mehr Spott als Zustimmung. Aber sie erhält auch über hundert Symbole: Fast alle haben den Daumen oben! Kein anderer Beitrag hat so viel und zustimmendes Feedback. Die Lehre daraus: Man sollte seine Meinung kundtun, muss das Thema nicht dem lauten Rand überlassen. Die große Mehrheit denkt nämlich anders.