Erstellt am 06. Juni 2018, 03:25

von Markus Lohninger

Wahlkampf-Hit nervt allmählich. Markus Lohninger zum Flüchtlings-Paket, das genau vier Menschen im Bezirk trifft

Eines muss man dem neuen FPÖ-Landesrat Waldhäusl lassen – er ist ein Vollblutpolitiker, der sich aus der politischen Bedeutungslosigkeit bis weit oben gerackert hat und doch authentisch geblieben ist. Das hat den Vorteil, dass er sich Statistiken nicht so zurechtbiegt, wie er sie gerade brauchen würde: Hatte er gerade das Maßnahmenpaket gegen Asylwerber mit Negativbescheid so gerechtfertigt, dass Niederösterreich kein „Schlaraffenland“ mehr sein dürfe und rasch Steuergeld gespart werden müsse, so räumt er nun ein, dass im Bezirk Gmünd der Wirbel wegen genau vier (!) Flüchtlingen veranstaltet wurde.

Vier „Illegale“ unter 37.000 Einwohnern reichen aus, um in unseren Köpfen Horden von Schmarotzern auftanzen zu lassen, die es sich auf unsere Kosten gut gehen lassen und partout nicht sehen wollen, dass sie in unserem Land nichts verloren haben. Alle anderen haben Gründe, sich bei uns aufzuhalten, die auch Waldhäusl nicht bestreitet. Er bestätigt sogar, dass die Zahl der neu Ankommenden unter jener der wieder Heimkehrenden liegt.

Der ausgeleierte Wahlkampf-Evergreen „Ausländer“ nervt allmählich gewaltig. Das Feld an Problemen ist breit genug, um unsere Konzentration langsam auf andere Themen zu lenken.