Wald im Namen, Holz auf Straße. Über eine Diskussion, die irgendwann kommen musste

Von Markus Lohninger. Erstellt am 16. September 2020 (03:25)

Lange brodelte die Debatte über den Schwerverkehr im Gmünder Bezirk dahin, nun schoss sie wie Vulkanasche in die Höhe. Was auf den ersten Blick wie die direkte Reaktion auf stark steigenden Lkw-Verkehr aussieht, ist primär Folge dessen, dass der überregionale Straßenbau im Waldviertel viele Jahre lang auf die Anbindung der Räume Horn und Zwettl an die Ballungszentren fokussiert war, im Bezirk mit Ausnahme der vierspurigen „Kartoffel-Autobahn“ Gmünd-Hoheneich wenig erweitert wurde.

Daher fehlen heute nicht nur dreispurige Trassen für Fahrende, sondern auch Umfahrungen zum Anrainer-Schutz in weitesten Teilen des Bezirkes.

Bauliche Versäumnisse aus Jahrzehnten lassen sich nicht zeitnah beheben. Auch rechtlich geht wenig, weil rege Holzimporte ins Waldviertel Transitverbote nicht tangieren. Bleiben Fragen zu Anreizen für Alternativen zur Straße. – Und die Frage, warum es im Viertel mit dem Wald im Namen offenbar unmöglich ist, den Holzbedarf selbst zu decken … und was das Gegenmittel ist.