Marie Lendl im Doppelpack. Kurioses in der 485-Seelen-Gemeinde Haugschlag: Zwei Schwägerinnen heißen exakt gleich und feiern fast zeitgleich Geburtstag. Zusammen bringen es die Marie Lendls nun auf 168 Jahre.

Von Karin Pollak. Erstellt am 13. September 2020 (06:03)
Die beiden Schwägerinnen mit gleichem Namen und fast gleichem Geburtstag: die 83-jährige Marie Lendl (rechts) und die 85-jährige Marie Lendl.
privat

Marie Lendl – diesen doch seltenen Namen gibt es in Haugschlag gleich zwei Mal. Die beiden Marie Lendls haben nicht nur den selben Namen, sie sind Schwägerinnen und feiern fast zeitgleich Geburtstag.

Für die Jüngere der beiden Marie Lendls hieß es am 5. September feiern. Sie wurde 83 Jahre alt. Ihre einzige Tochter Gertrude Sprinzl sorgt für sie. „Meiner Mutter geht es gesundheitlich nicht mehr so gut, aber sie hat nach wie vor ständig Kontakt zu ihrer Schwägerin, die nicht weit weg von uns wohnt“, berichtet Gertrude Sprinzl.

Ihre Mutter hat in einer Fabrik gearbeitet. Gemeinsam mit ihrem Vater Josef, der bereits verstorben ist, wurde das Haus in Haugschlag gebaut.

Franz, den Bruder von Josef Lendl, heiratete die zweite Marie Lendl, die am 7. September 85 Jahre alt geworden ist. Die rüstige Haugschlagerin lebt alleine im Haus, das sie mit ihrem Gatten gekauft hat, und wo sie ihre vier Söhne aufgezogen hat. Der Gatte und ein Sohn sind schon verstorben. „Mir geht es aber gut. Ich bin glücklich und kann für mich alleine sorgen. Vor allem mein Garten macht mir viel Freude“, betont die 85-Jährige. 43 Jahre lang hat sie gearbeitet – ein Haus und einen Garten einer Familie betreut, sie war auch als Heimarbeiterin für eine Litschauer Firma tätig.

Das Sprichwort, das sie schon in ihrer Kindheit von ihren Großeltern gehört hat, „Arbeit macht das Leben süß, Faulheit steift die Glieder“, hat sie zu ihrem Lebensmotto gemacht. „Ich danke täglich dem Herrgott, dass es mir so gut geht. Leider ist das bei meiner Schwägerin nicht der Fall“, meint die ältere Marie Lendl.

Mit der Familie ihres Schwagers Josef, der so wie ihr Mann Franz als Forstarbeiter im Gut von Seilern-Aspang gearbeitet hat, habe es immer Kontakt gegeben: „Aber früher ist die Verwandtschaft leider wegen der vielen Arbeit immer zu kurz gekommen. Heute freue ich mich, wenn die Söhne, die Enkel und mein Urenkel zu Besuch kommen. Auch mit meiner Schwägerin Marie treffe ich mich hin und wieder.“

Natürlich haben sich die beiden gleichnamigen Schwägerinnen zu ihren Jubeltagen auch getroffen und sich gegenseitig gratuliert.