Moorheilbad Harbach: Belastende Tage zum 40er. Sie leisten für Patienten essenzielle Dienste am Weg zur Rückkehr in den Alltag – seit dem Wochenende sind Reha- bzw. Kur-Einrichtungen aber im Kampf gegen das Coronavirus wegen gesetzlicher Vorgaben weitgehend auf Eis gelegt. Das trifft auch „Beste Gesundheit“-Partnerbetriebe mit mehr als 1.300 Mitarbeitern rund um den Leitbetrieb Moorheilbad Harbach.

Von Karin Pollak und Markus Lohninger. Erstellt am 23. März 2020 (11:50)
Moorheilbad Harbach

Im Moorheilbad hatte man sich 2020 als das Jahr des 40. Firmenjubiläums wohl anders vorgestellt. Der für 18. März geplante Waldviertler Tourismustag als Highlight im wunderbaren neuen „Franz Himmer Kongress- und Veranstaltungszentrum“ musste abgesagt werden, Neuaufnahmen mussten storniert – und schließlich die vorübergehende Betriebspause hingenommen werden. 

„Seit 40 Jahren stärken wir Menschen in ihrer Gesundheit, daran werden wir auch mit voller Kraft – sobald sich die Lage beruhigt hat und der Erlass aufgehoben wurde – wieder anknüpfen“, betont Geschäftsführerin Karin Weißenböck. Bis dahin gilt es, die Betriebspause zu bewältigen. So wurde in Absprache mit dem Betriebsrat beim AMS Kurzarbeit beantragt.

Krisenbedingte Kündigungen vermeiden. „Uns ist es ein großes Anliegen, krisenbedingte Kündigungen zu vermeiden“, betont Weißenböck, die den Mitarbeitern nach den für alle Seiten belastenden Tagen Anerkennung zollt: Sie hätten „mit Zusammenhalt und Motivation für einen koordinierten Ablauf gesorgt“, würden im Sinne von „Gemeinsam für gesunde Perspektiven“ auch künftig wieder für die Patienten und Gäste im Einsatz sein. Bis zum letzten Tag seien die Geschehnisse um Covid-19 in einem Krisenstab beobachtet und daraus Zug um Zug Maßnahmen eingeleitet worden, „als Gesundheitszentrum haben wir den Patienten und Gästen, aber auch den Mitarbeitern gegenüber, eine große Verantwortung zu tragen“.

Kurzarbeit überall ein Thema. Das Kurhotel Bad Großpertholz wurde zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter wie berichtet ab Beginn der Vorwoche gezielt „ausgedünnt“ und bereits per 19. März geschlossen. „Momentan sind wir dabei, die Gäste, die in naher Zukunft ankommen sollten, zu kontaktieren und die Aufenthalte in den Spätsommer bzw. Herbst zu verlegen“, so Kurdirektorin Bernadette Kitzler. Für die 78-köpfige Belegschaft – das gemeindeeigene Kurhotel ist zugleich größte Arbeitgeberin in der Marktgemeinde – wurde gemeinsam mit dem Betriebsrat an einer Kurzarbeit-Lösung getüftelt. Kitzler betont: „Finanziell stehen nicht nur wir vor einer fordernden Zeit. Wir nehmen Hilfen der Regierung in Anspruch. Wichtig ist uns der Erhalt aller Arbeitsplätze!“ Die sich ständig ändernde Situation sei für alle fordernd gewesen. „Trotzdem wurden Therapien, wenn auch im reduzierten Ausmaß, so professionell durchgeführt wie immer. Die Gästebetreuung erfolgte mit Verständnis und Herz“, lobt Kitzler: „Wir sind stolz darauf, ein so funktionierendes Team zu haben, das in solchen Zeiten mit anpackt.“