Genug zu tun für neuen RLH-Chef. Günter Zaiser folgt Herbert Fürst an Spitze des Lagerhauses Gmünd-Vitis – und übernimmt Ausbaupläne im Volumen von 20 Mio. Euro.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. April 2021 (05:29)
Obmann Hermann Lauter begrüßt Günter Zaiser (r.) als Geschäftsführer im RLH Gmünd-Vitis.
M. Lohninger, M. Lohninger

Neue Führung im Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis: Günter Zaiser (58) aus Schönberg/Kamp folgt als Geschäftsführer auf Herbert Fürst, der wie berichtet mit 31. März seinen letzten aktiven Arbeitstag hat, dann nach Urlaubsabbau und Altersteilzeit in den Ruhestand treten wird. Der Kamptaler wechselt vom RLH Absdorf-Ziersdorf ins Waldviertel.

„Wunschlösung.“ Der Gmünder RLH-Obmann Hermann Lauter begrüßte Zaiser als absolute „Wunschlösung“, die Entscheidung sei unter vier potenziellen Kandidaten sehr rasch auf ihn gefallen. Auch der neue Geschäftsführer, der in der Raiffeisen Ware Austria (RWA) angestellt ist und vom Lagerhaus mit der Prokura ausgestattet wurde, blickt der Zusammenarbeit positiv entgegen: Gmünd-Vitis genieße unter den NÖ Lagerhausgenossenschaften einen „exzellenten Ruf, ist sehr erfolgreich und breit aufgestellt“, sagt er.

Günter Zaiser hat einst nach einer Lehrausbildung und jahrelanger Berufspraxis ein FH-Studium und schließlich auch ein Master-Studium absolviert. Im Jahr 2011 übernahm er die Geschäftsführung im RLH Wiener Becken, ehe er Anfang 2017 ins RLH Absdorf-Ziersdorf wechselte. Diese Genossenschaft soll er vorerst noch parallel zu seinen neuen Aufgaben im Waldviertel betreuen – bis auch dort eine neue Führung gefunden ist.

Vielfach-Funktionär im Bereich zwischen Raiffeisen, Gemeinderat, Kultur- und Tourismusverein. Der neue Chef im RLH Gmünd-Vitis steht unter anderem dem „Bundesverband der Vereinigungen der Geschäftsführer warenführender Raiffeisen-Genossenschaften“ und dem Geschäftsführer-Club der Lagerhäuser NÖ als Obmann vor und ist im Betriebsrat der RWA. Politisch bekleidet er für die ÖVP die Funktion des geschäftsführenden Gemeinderates in Schönberg, zudem engagiert er sich unter anderem im Landesbauernrat, im Aufsichtsrat der Sparkasse Langenlois und als Obmann-Stellvertreter im Kultur- und Tourismuszentrum „Alte Schmiede“ in Schönberg. Mit dem Waldviertel war er bisher nicht beruflich, aber privat verbunden – der Vater stammt von Wolfshoferamt ab und die Mutter aus dem Raum Raabs, die Nichte lebt in Nondorf bei Gmünd.

Genossenschaft mit 2.200 Mitgliedern, 400 Beschäftigten und 80 Millionen Euro Umsatz. Günter Zaiser führt mit dem Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis eine Genossenschaft mit etwa 2.200 Mitgliedern. Die in der Hochsaison immerhin etwa 400 Beschäftigten an Standorten in den Bezirken Gmünd, Waidhofen und Zwettl – darunter fast 50 Lehrlinge – erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 80 Millionen Euro. Für abrupte Veränderungen sehen Lauter und Zaiser keine Notwendigkeit. Günter Zaiser: Es gelte, den bewährten Weg weiterzugehen und den Bestand in der mehr als hundert Jahre alten Genossenschaft – die 2001 mit Gmünd fusionierte Vitiser Genossenschaft geht sogar auf das Jahr 1898 zurück – sicherzustellen.

Er will „die laufenden Projekte fortführen, enge Kontakte zu den Geschäftspartnern, Gemeindeführungen, Institutionen und Landwirten halten, und auch viel in den Filialen vor Ort sein“.

Investitions-Projekte für Standorte Vitis, Schwarzenau und Gmünder „Leuchtturm-Projekt“. Zu tun gibt es in den nächsten Monaten allerhand. In Vitis läuft die Baustelle zum Ausbau der Lkw-Werkstätte wie berichtet auf Hochtouren, in Schwarzenau beginnt gerade die Konzept-Entwicklung für einen Neubau des Spar-Marktes inklusive kleinem Haus- & Garten-Schwerpunkt. In Gmünd soll einerseits noch im Frühjahr der Baustart zu einer neuen Mehrzweckhalle am Ort der früheren Molkerei starten, zugleich wird am Firmensitz in der Albrechtser Straße noch an Visionen für einen großen Markt mit Schwerpunkt auf Haus & Garten getüftelt. Die Planungen dafür sollen allmählich in die Endphase gehen, sagt Obmann Lauter, mit dem Start der Baumaßnahmen rechnet er „frühestens ab Herbst“.

Insgesamt will das RLH Gmünd-Vitis in den kommenden beiden Jahren etwa 20 Millionen Euro in die genannten Projekte investieren, wobei laut Zaiser ein Großteil davon den Gmünder Markt als „Leuchtturm-Projekt“ betrifft.