Klima- und Energie-Modellregion: Ein Erfolg über Jahre. Lainsitztaler Gemeinden seit 2010 zusammen.

Von Helma Meierhofer. Erstellt am 20. Oktober 2020 (14:46)
Alle KEM-Gemeinden waren beim Jubiläum vertreten: Peter Höbarth (St. Martin), Stefan Hellinger (Bad Großpertholz), Herwig Krenn (Unserfrau-Altweitra), Modellregionsmanagerin Verena Litschauer, Stefan Stangl (St. Martin), Roman Prager (Moorbad Harbach), Initiator Josef Bruckner, Josef Scharinger (Bad Großpertholz), Martin Bruckner (Großschönau), KEM-Obmann Klaus Stebal und Patrick Layr (Weitra; Kleinregionsobmann).
Helma Meierhofer

Seit zehn Jahren gibt es die Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Lainsitztal.

Zum Jubiläum dieses Erfolgsprojektes erzählte Initiator Josef Bruckner über die Anfänge: „Die Finanzkrise 2008 hatten wir hinter uns gebracht, nicht aber deren Auswirkungen.“ Großschönau war schon da mit dem Energiekompetenzzentrum und der BIOEM Vorreiter in Sachen Energiesparen und Nachhaltigkeit, wurde 2009 mit dem Österreichischen Solarpreis ausgezeichnet.

Die Idee „Übermorgen - selbst versorgen“ sollte auf die Region Lainsitztal übergreifen. Im Juli 2009 gab es eine Ausschreibung in Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin, Unserfrau-Altweitra, Weitra und Schweiggers (war damals noch dabei).

10.000 Einwohner brauchte es für die Gründung einer KEM. „Es war nicht einfach, aber die Gemeinden waren zu überzeugen – für Bewusstseinsbildung in Nachhaltigkeit, Umstieg auf erneuerbare Energie und Nutzung der eigenen Ressourcen“, so Bruckner. Heute sei die KEM Lainsitztal eine von 96 Energiegemeinschaften in Österreich.

Vierte Phase läuft noch bis 2021

KEM-Obmann Klaus Stebal gab einen Überblick über die Aktivitäten in den zehn Jahren. In der ersten Phase wurden unter anderem an die 150 Energieexperten für die Gemeinden ausgebildet. In der zweiten gab es etwa die Aktion von Elektrogeräte und Heizungspumpen-Tausch.

In der dritten Phase, 2016 bis 2018, lag der Schwerpunkt auf E-Mobilität mit Errichtung von E-Tankstellen, E-Auto-Testfahrten und Information über Photovoltaik und ein Bürgerbeteiligungsmodell. In der bis 2021 laufenden vierten Phase steht das Pilotprojekt „Raus aus dem Öl“ im Mittelpunkt, ebenso wurde eine regionale und gemeindespezifische Bauherrenmappe entwickelt.

In all den Jahren war die KEM Lainsitztal immer Anlaufstelle für Informationen, Energiespartipps, Förderungen, Projekte in Schulen (Lainsitztaler Klima- und Energiekoffer für Schulen) und mit Jugendvertretern (Jugend-Energie-Tag). „Der Erfolg kann sich sehen lassen: Im öffentlichen Bereich gibt es 100 Prozent Öl-freie Wärme in allen Gemeindegebäuden der Region, von 100.000 Euro an Gemeindebeiträgen bleibt mehr als das Zehnfache an Wertschöpfung in der Region“, zeigte Stebal auf.

Der Ausblick lag am Vorantreiben der Gebäudesanierung, dem Ausbau von PV- und Stromspeicher, dem Entwickeln von Energiegemeinschaften und der Installierung eines gemeindeübergreifenden Radwegenetzes. Und natürlich will man weiterhin starker Ansprechpartner für die Bevölkerung sein. Patrick Layr, Bürgermeister von Weitra und Kleinregions-Obmann meint: „Die KEM Lainsitztal ist mit der Vielzahl an Aktivitäten ein Vorzeigeprojekt.“ Das soll weiter so bleiben: Bis 2030 möchten die Gemeinden energieautark sein.