Waldviertel: Start für Straßengespräche. Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko schickt NÖ Straßendienst für Ausbau-Feinabstimmung zu den Gemeindespitzen im Waldviertel.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 20. Januar 2021 (03:42)
Ludwig Schleritzko: „Vorhaben zu konkreten Projekten entwickeln.“
NÖN

Geht es nach Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko, dann wird hinsichtlich des Ausbaus von Landesstraßen im Waldviertel rasch und kräftig aufs Gaspedal getreten: Er gab vorige Woche in einer Videokonferenz unter anderem mit Straßenbaudirektor Josef Decker und den führenden Köpfen des NÖ Straßendienstes die Order, die Umsetzung von Projekten aus dem „Mobilitätspaket nördliches Niederösterreich“ zügig mit den Gemeinden abzustimmen.

Letzteren komme bei der Entwicklung und Umsetzung eine wesentliche Rolle zu, betont Schleritzko. Er will „die notwendigen Planungen und Verfahren in enger Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden abwickeln und die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand laufend informieren“.

Projekte nicht in Stein gemeißelt

Geplant sind wie berichtet Spurzulegungen für sichereres Überholen auf den Hauptachsen B2 (Schöngrabern-Horn-Schrems-Staatsgrenze), B4 (Stockerau-Horn), B36 (Waidhofen-Zwettl-Pöggstall), B37 (Krems-Zwettl), B38 (Zwettl-Karlstift-OÖ) und B41 (Schrems-Karlstift). Genauso sind Umfahrungen angedacht, im Waldviertel etwa in Brunn/Wild, Scheideldorf, Stögersbach (alle B2) und Merzenstein (B38).

„Es gilt, diese Vorhaben nun zu konkreten Projekten zu entwickeln“, präzisiert Schleritzko: „Dazu wurde der NÖ Landesstraßendienst von mir beauftragt, rasch mit den betroffenen Gemeinden die Gespräche zum Planungsstart bzw. zu den weiteren Schritten, speziell für diese Umfahrungen, zu beginnen.“ Es geht um allfällige Unklarheiten, zusätzliche Wünsche, oder für den Zeithorizont relevante Themen wie Grundablösen. In Stein gemeißelt sind die genannten Projekte nicht. Sie seien seitens des Straßendienstes als sinnvoll und notwendig für einen effizienten Ausbau der Achsen eingestuft worden, heißt es – werden in einer Region andere Alternativen vorgebracht, wolle man diese einzeln prüfen.

Schleritzko: Nicht 220, sondern 440 Millionen für Straßen im Viertel

Die im Zusammenhang mit dem Mobilitätspaket von Bund und Land kolportierten 220 Millionen Euro für Landesstraßen im Waldviertel kämen zusätzlich zu davor geplanten Investitionen in gleicher Höhe, streicht der VP-Landesrat hervor: Das Bauvolumen bis zum Jahr 2035 werde somit auf 440 Millionen Euro de facto verdoppelt.

Insgesamt umfasst das Paket, das vor Weihnachten mit dem Aus für Pläne einer „Europaspange“ verkündet wurde, wie berichtet 1,8 Milliarden Euro für den Ausbau von Schieneninfrastruktur und Landesstraßen-Netz im nördlichen NÖ.

Fragen zur „SP-V“

Die vorige Woche von Bahnaktivist Gerald Hohenbichler und nun von den Gmünder Grünen gebrachte Behauptung, die vor zwei Jahren angekündigte „Strategische Prüfung Verkehr“ (SP-V) zum Autobahnbau habe es gar nie gegeben, wird im Büro des Landesrates zurückgewiesen: Natürlich sei sie gestartet worden. Man habe nur im Prüfprozess – an dessen Ende eine Autobahn ins Bundesstraßengesetz gelangen hätte müssen – in „faktenbasierter Arbeit“ erkannt, dass der Mix aus Bahn & Landesstraßen deutlich rascher umsetzbare Wege zur „Entwicklung unserer Heimatregion“ berge. Dafür habe es den offiziellen Abschluss der SP-V, die eben auf die Autobahn abgezielt habe, nicht gebraucht.