Traum mit Piatnik erfüllt. Die 22-jährige Melanie Haumer bringt mit „4Mation“ ihr erstes Legespiel mit Piatnik auf den Markt. Die Lauterbacherin über Steine, die für sie eine kleine Welt bedeuten.

Von Markus Füxl. Erstellt am 08. April 2021 (15:00)
Melanie Haumer mit ihrem ersten Spiel: In „4Mation“ geht es darum, durch geschicktes Setzen vier Steine in eine Reihe zu bringen. Was simpel klingt, bietet viel Raum für Strategie.
Markus Füxl

Die 22-jährige Melanie Haumer aus Lauterbach in der Gemeinde Moorbad Harbach hat sich einen Traum erfüllt: Ihr Spiel „4Mation“ erscheint dieser Tage offiziell im Handel. Die NÖN hat die junge Spieleentwicklerin besucht.

„Es ist ein Wahnsinn, wenn der eigene Name auf einem Produkt steht“, freut sich Haumer über die Veröffentlichung ihres Spiels. Das Prinzip für Spieler ab 6 Jahren ist relativ simpel, die Strategien aber abwechslungsreich: „4Mation“ wird im Schachteleinsatz gespielt, ein Spieler erhält 24 blaue, der andere 24 pinke Würfel. Abwechselnd werden nun die Würfel in das Spielfeld gesetzt – immer so, dass der eigene Würfel an eine Seite oder Ecke des zuletzt gesetzten gegnerischen Würfels angrenzt.

Den Gegner in die Ecke treiben. Knifflig wird das Ganze dann, wenn man sich dem Rand des Spielfelds nähert. Wer dort nämlich nicht mehr regelgerecht setzen kann, darf an einem beliebigen anderen gegnerischen Würfel ansetzen und damit dem Kontrahenten unliebsame Überraschungen bereiten. Ist eine Viererreihe geschafft, dann endet das Spiel.

Wie die 22-jährige Waldviertlerin auf die Idee gekommen ist? „Ich habe noch ein Geburtstagsgeschenk für meinen Freund Daniel gebraucht“, sagt Haumer lachend. Deshalb bastelte sie bereits vor über zwei Jahren an einer ersten Version des Spiels, die sie auch als Schulprojekt benutzte.

„Es ist ein Wahnsinn, wenn der eigene Name auf einem Produkt steht!“Spieleautorin Melanie Haumer über ihr Debüt, „4Mation“

Bei den Spielsteinen experimentierte sie mit unterschiedlichen Formen, Farben und Materialien. Dass das Spiel einen großen „Suchtfaktor“ hat, bewiesen Erfahrungen in der Schule: So spielten Schulkollegen in der Zwettler HLW „4Mation“ in den Pausen: „Jeder hat sich eine eigene Strategie überlegt, es wurde sehr gut angenommen“, erklärt Haumer.

Piatnik sofort Feuer und Flamme. Nach der HLW absolvierte die 22-Jährige das Kolleg für Nachhaltige Produktentwicklung und Innenarchitektur in St. Pölten. Mit einer Bewerbung bei der Wiener Spielkartenfabrik Ferd. Piatnik & Söhne setzte Haumer den nächsten Stein: Dort absolvierte sie ein einmonatiges Praktikum in der Produktentwicklung.

Ihr Spiel, das sie dort durch Zufall präsentierte, gefiel den Entwicklern so gut, dass sie gemeinsam daran feilten: „Das Team war sofort interessiert. Wir haben es dann auch an Spielern getestet und es ist super angekommen – bei Jung und Alt“, erklärt Haumer.

Ideal für die Coronazeit. Mit dem Spiel möchte die Firma auch ein spezielles Genre aufleben lassen, erklärt Haumer: „Vor allem Spiele für zwei Personen sind sehr selten. Gerade in Coronazeiten ist es aber schwierig, Gesellschaftsspiele für mehrere Spieler zu spielen.“ Die 22-Jährige und Freund Daniel verbrachten selbst die vergangenen Monate immer wieder mit Spiele in den eigenen vier Wänden.

Aktuell arbeitet Haumer als technische Zeichnerin bei einer Waldviertler Firma. Ob es bei „4Mation“ bleiben wird, oder sie bereits an einem Nachfolger arbeitet? „Aktuell schweben mir einige Ideen im Kopf herum, die nur darauf warten, ausgeführt zu werden“, erklärt Haumer. Eines ist aber klar: Langweilig wird der 22-Jährigen nicht. Aktuell arbeitet sie daran, ein altes Fahrrad zu einer Garderobe umzuarbeiten, erklärt sie: „Ich suche mir selber neue Herausforderungen und möchte mich weiterentwickeln.“