Leben ohne Müll?. Der Film „Chasing Ice“ hat ihr Leben verändert: Elisabeth Blaim lud zum Filmabend und sprach über ihren Aktivismus.

Von Johannes Bode. Erstellt am 21. Mai 2014 (07:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Das Sackerl für einen Monat Haushaltsmüll: Elisabeth Blaim bei ihrem Vortrag im Kino Gmünd.
NOEN, Bode

Elisabeth Blaim will anstecken: „Es genügt, wenn ich nur Einen von euch erreiche“, sagte sie bei ihrem Vortrag im Kino Gmünd. Auch wenn nur ein kleiner Prozentsatz damit anfängt, machen es irgendwann alle, ist sie überzeugt. Denn ihr Anliegen sei doch vernünftig: Weniger Müllverbrauch und die Ressourcen des Planeten schonen.

„Wichtig ist es, den Supermarkt zu meiden“

Dank der Initiative von Elisabeth Blaim, die in Gmünd und Wien lebt, war der Film „Chasing Ice“ am 15. Mai im Kino zu sehen. Nach der bildgewaltigen Dokumentation über schmelzendes Polareis und den Klimawandel sprach Blaim über das Buch „Alles Öko“ –  und was Film und Buch in ihrem Alltag bewirkt haben: „Ich habe zwei Nächte nichts geschlafen –  und dann vieles radikal verändert.“

Derzeit lebt sie fast ohne Müll, Ziel ist es, gar keinen mehr zu produzieren: „Zahnpasta kaufe ich noch in der Tube. Aber die werd ich mir in Zukunft auch selber machen.“ Die ersten Supermärkte, die Lebensmittel ohne Verpackungen anbieten, gibt es zwar derzeit nur in Wien. Dennoch könne man auch im Waldviertel ohne Müll leben, so Blaim: „Wichtig ist es, als ersten Schritt den Supermarkt zu meiden.“

„Kaufe nur noch Butter"

Sie geht mit ihren Glas- oder Plastikgefäßen zum Naturkostladen in der Kirchengasse oder zum Bäcker am Stadtplatz. Viele Lebensmittel bekommt sie direkt vom Bauern. Im Garten wächst Gemüse, das Brot bäckt sie selbst. Durch gezieltes Einkaufen spare sie sogar Geld. „Das einzige Lebensmittel, das ich derzeit noch mit Verpackung kaufe, ist Butter“, erzählt Blaim.

Im Kino Gmünd zitierte sie einen Abschnitt über Papierverbrauch und Waldrodung aus dem Buch „Alles Öko“: „Ich habe jetzt immer ein Handtuch in meiner Tasche –  und trockne mir damit die Hände ab, wenn ich unterwegs bin.“ Auch aus dem Publikum gab es Anregungen: Etwa, den Strom direkt beim Windkraft-Stromerzeuger zu kaufen.

Nichts Neues kaufen statt Überfluss

Eigentlich geht es Elisabeth Blaim nicht nur darum, Müll zu vermeiden: In der Überflussgesellschaft sei es wichtig, dass nicht so viel Unnötiges produziert werde. Sie kauft etwa keine neue Kleidung mehr: „Mein Schrank ist voll mit Kleidung. Wenn ich die Sachen trage, bis sie kaputt sind, komme ich bis zu meinem Lebensende aus!“

Außerdem versucht sie, zu tauschen oder Gebrauchsgegenstände reparieren zu lassen: „Es braucht nicht jedes Haus hier in der Straße einen eigenen Rasenmäher. Warum nützen wir ihn nicht gemeinsam?“ Dasselbe gelte für Autos. Besser noch: Man fährt mit dem Rad.