5. Theaterfestival Hin & Weg: Ehrenring an Zeno Stanek verliehen

Erstellt am 18. August 2022 | 15:06
Lesezeit: 4 Min
Eröffnung mit Überraschung und Einblicke ins erste Festival-Wochenende in Litschau.
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Eröffnung einmal ganz anders beim 5. Theaterfestival Hin & Weg am 12. August: „Frau Resch“ (alias Manuela Linshalm vom Schubert Theater Wien) mischte sich schon beim Weinempfang unter die Festgäste und war bei der Eröffnungsrede kongeniale Partnerin von Festivalleiter und Intendant Zeno Stanek. Dieser zum Motto „Vorfahren!“: „Wir begegnen unseren Vorfahren im Rückspiegel, sind aber auch selbst Vorfahren zukünftiger Generationen.“

Überholtes sei zu überholen und darüber nachzudenken, was wir jetzt für die Zukunft ändern können: „Denn wir sind ‚die da oben‘!“ Überraschend überreichte Bürgermeister Rainer Hirschmann Stanek den Ehrenring der Stadt Litschau als Dank für Staneks Engagement in der Region sowie als Anerkennung seines Lebenswerkes.

Ungewöhnliche Eröffnungsproduktion

„Cables“ von Christian Winkler eröffnete den Theaterreigen im Herrenseetheater: Was als cooles Konzert beginnt, entwickelt sich aufgrund von unerklärlichen Problemen im Soundsystem zu einem sachlich-spannenden Diskurs, in dem Gedanken über Verbindungen, Abhängigkeiten und Korruption in technischen und zwischenmenschlichen Bereichen aufgeworfen werden.

Erwin Pröll Gast bei Fellingers Frühstück

Beim Frühstücks-Talk am Samstag plauderte Bernhard Fellinger mit seinen Gästen unter dem Motto „100 Jahre Niederösterreich – Close the Gap“. Heide Warlamis vom Kunstmuseum Schrems erzählte, warum kreatives Arbeiten nach ihrem Umzug von Wien nach Kottinghörmanns besser wurde und ihr Mann Makis, ein Grieche, zur Region immer gemeint hätte: „Hier ist der ewige Frühling.“ Herbert Frantes von der Waldviertelbahn berichtete über Aufstieg und Fall der Schmalspurbahn im Bezirk und deren neue Bedeutung.

Bernhard Lehr aus Echsenbach schilderte den Heimatverlust der Betroffenen durch die Absiedelung von 42 Ortschaften im Bereich des Truppenübungsplatzes Allentsteig. Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll beschrieb, wie Euphorie nach Fall des Eisernen Vorhangs Ernüchterung wich und der Aufwand für die Entwicklung eines Miteinanders größer als gedacht war.

Angesprochen auf seine persönliche Freundschaft zu Michael Häupl meinte er mit Vehemenz: „Der politische Gegner darf nicht im Vorhinein als Gauner gesehen werden. Es muss wieder Zusammenarbeit geben.“ Zeno Stanek sagte zu Prölls Besuch: „Er ist verantwortlich, dass das Herrenseetheater besteht – jetzt ist er endlich da!“

Am zweiten Festivalwochenende wartet etwa noch das Theaterprojekt „Ich, Galileo“. „Finale“ ist die Schlussvorstellung am Sonntagabend im Herrenseetheater: Calle Fuhr macht sich auf die Mut machende Suche nach dem, was uns zusammenhält, wenn alles zu zersplittern scheint.

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