Hirschmann: "Integration klappt". Von Köchen, Deutschschülern, Schach- und Fußballspielern - Integration am Beispiel Litschau.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 01. Mai 2015 (05:55)
NOEN, Christian Freitag
Der Frühlingsputz in Litschau wurde am 25. April im Stadtgebiet und in den umliegenden Katastralgemeinden durchgeführt. Volks- und Mittelschule säuberten schon während der Woche mit einigen Klassen die Stadt, auch die in Litschau wohnhaften Asylwerber wirkten eifrag an der Aktion mit. Litschaus Zahnarzt Tawar Kum-Nackh organisierte die Mithilfe der Asylwerber und fungierte als sprachliches Bindeglied. Nach getaner Arbeit trafen sich alle im Kulturbahnhof Litschau und stärkten sich bei einer gemeinsamen Jause. Unter den Sammlern: Bürgermeister Rainer Hirschmann, Vizebürgermeister Reinhard Fürnsinn, die Stadträte Gerhard Holzweber und Maria Ergott, Tawar Kum-Nackh, Gemeinderat Heribert Kössner sowie viele weitere freiwillige Helfer.

Während andernorts über die Unterbringung von Asylwerbern diskutiert wird, funktioniert die Integration der mittlerweile neun Burschen, die in Litschau untergebracht sind, gut. ÖVP-Bürgermeister Rainer Hirschmann: „Sie sind sehr freundlich, die Litschauer haben sie gut aufgenommen. Wenn beide Seiten dazu bereit sind, dann funktioniert Integration.“

Sechs der Burschen nehmen bereits am Training des Fußballvereins teil, einer lebt seine Leidenschaft im Schachklub Litschau aus. „Außerdem sind sie brav am Deutschlernern“, sagt Hirschmann. Einmal wöchentlich werden die jungen Männer von Zahnarzt Tawar Kum-Nackh unterrichtet. Zum „Austoben“ dürfen sie den Gymnastikraum der Mittelschule benutzen.

Essenseinladung als Dank für nette Aufnahme

Für die nette Aufnahme in Litschau – an der auch viele ehrenamtliche Helfer beteiligt waren – bedankten sich die Asylwerber in der Vorwoche mit einer Essenseinladung. „Da haben sie auch die Nachbarn eingeladen, die prompt gut bekocht wurden“, weiß Hirschmann.

Am Wochenende beteiligten sie sich an der Aktion Stop Littering im Stadtgebiet von Litschau. Hirschmann: „Sie wollten da mitmachen, haben auch Bereitschaft gezeigt, andere kleine Arbeiten für die Gemeinde zu übernehmen.“

So ist etwa angedacht, den alten Trainingsplatz zwischen Billa-Filiale und Lagerhaus zu „beschönen“. Hirschmann meint dazu: „Da wollen sie mithelfen. Klären müssen wir aber noch die Frage der Unfallversicherung.“ Daher werde derzeit von Stadtrat Gerhard Holzweber (SPÖ) geprüft, wie man die Burschen für kleinere Arbeiten beschäftigen kann und ob die Möglichkeit einer Gruppenversicherung besteht.