Klang-Kommentare zu Filmklub-Premiere. Stummfilm-Klassiker im Herrenseetheater: Visueller Humor trifft musikalische Wechselspannung.

Von Petra Suchy. Erstellt am 06. Mai 2015 (06:15)
NOEN, Suchy
Zum Einstand seiner neuen Veranstaltungsreihe lud der Litschauer Filmklub Komponist Gerhard Gruber (Mitte) mit seinen Stummfilm-Improvisationen ins Herrenseetheater.

Es war eine Premiere in würdigem Rahmen, als der junge Filmklub Litschau am Samstagabend ins Herrenseetheater bat. Dementsprechend groß war auch der Andrang im hölzernen Bühnenpavillon.

Die erste Veranstaltung widmete sich mit Charlie Chaplin und Buster Keaton zwei Stars des Stummfilm-Genres. Chaplin: im klassischen Tramp-Outfit mit Melone, Bambusstock und Zweifinger-Bart in „The Pawn-shop“ (1916) und „Easy Street“ (1917), einem seiner frühen Hauptwerke. Keaton: in tempogeladener Slapstick-Manier an der Seite von Fatty Arbuckle in „The Scarecrow“ (1920) und als geläuterter Häuslbauer in „One Week“ (1920).

Abseits der Leinwand verlieh Gerhard Gruber, der sich seit Jahren der Stummfilmbegleitung verschrieben hat, den stummen Bildern neue Lebendigkeit. Zart und leicht erblühten die Klangbögen, keck und spritzig, aber nie klischeehaft kommentierten sie die Humoresken in Schwarz-Weiß. Kein Klang aus der Spieldose, sondern zyklische, mäandrierende Klavier-Improvisation, die sich auch bekannter Zitate (etwa aus Mozarts Zauberflöte oder Beethovens „Für Elise“) bediente.

Fazit: Kino mit Seltenheitswert, bitte mehr davon!