Polizei mit einem „Patschen“ gedroht. Angeklagter Vater ging frei, weil Sohn bei Prozess gestand: „Ich habe den Drohanruf getätigt.“

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. März 2021 (05:28)
Symbolbild
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„Wegen gewerberechtlichen Ermittlungen der Bezirkshauptmannschaft Zwettl gegen meinen Sohn ist das ganze losg’angen. Fast tagtäglich ist die Polizei da g’standen, weil sie meinen Buam g‘sucht haben“, schilderte ein 52-Jähriger aus einer Litschauer Katastralgemeinde vor Gericht.

Natürlich sei er verärgert gewesen, gestand er ein. Aber er habe nicht bei der Polizei angerufen und gedroht: „Wenn Ihr no einmal da her fahrts, habt’s an Patschen!“

„I kann net gestehen, was i net g‘mocht habe“, beteuerte er. Der Anruf erfolgte nachweislich vom Handy des Sohnes, ergaben die Ermittlungen, und zunächst wurde die gehörte Stimme dem 52-Jährigen zugeordnet. Somit wanderte der Senior auf die Anklagebank.

Beim Prozess dann die Überraschung, als der Sohn (29) als Zeuge geladen, bekannte: „Ich habe angerufen. Das war ja schon provokant, dass‘ immer in Hof g‘fahren sind. Warum?“

„Vielleicht, um Nachschau nach Ihnen zu halten“, kommentierte die Richterin, und sie sprach den Senior frei. Nun erwartet den 29-Jährigen ein Verfahren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt.