Positives Fazit: Zwischenschritt gelungen. Intendant Zeno Stanek zog zufriedenstellende Bilanz nach Sommer- Programm im Herrenseetheater Litschau. Satire über Kaiser Joseph war sechs Mal ausgebucht.

Von Johannes Bode und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 20. August 2017 (03:08)
Theater
Sorgten für ein volles Herrenseetheater: Katharina Stemberger, Christa Schwertsik, Julia Stemberger und Kurt Schwertsik (v.l.).Brauhaus,Herrenseetheater

Literatur aus Österreich stand heuer in Litschau am Programm: Das „Herrenseetheater“ lud von 10. bis 15 August zur Aufführung von „Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“ sowie zu drei Matineen, bei denen Arthur Schnitzler, Stefan Zweig und Thomas Bernhard am Programm standen. Gelesen und gespielt wurde von bekannten Schauspielern – Katharina und Julia Stemberger, Christa und Kurt Schwertsik sowie Tamara Metelka und Nicholas Ofczarek – das Herrenseetheater war dementsprechend gut besucht.

„Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“ wurde von den Stembergers und Schwertsiks als szenische Lesung mit viel Gesang angelegt: Eine unterhaltsame, zutiefst österreichische Satire über den Kaiser, der die Vorzüge der modernen Eisenbahn nützt, inkognito in den Bergen unterwegs ist und sich anhört, was die Leute so über ihn zu schwatzen haben.

Da sagt man etwa, der Kaiser spüre jeden Schuss der Wilderer, die in den Bergen des Kaisers die „Gamserln“ des Kaisers erschießen. Das eigentliche Problem dabei ist allerdings ein anderes: Die Wilderer „verhöhnen so die adelige Jagdlust“.

So werden alle Stände – vom Adel bis zum „Abschaum“ – durch den Kakao gezogen. Der Kaiser, vor dem sogar der Dackel niederkniet, als man ihn erkennt, hat eigentlich nichts zu sagen – denn der aufgeblasene bürokratische Apparat macht längst, was er will. Einige romantische Szenen später gibt es dennoch ein Happy End. Der Text mit viel Wortwitz aber wenig Inhalt wurde von der Familie Stemberger-Schwertsik großartig gespielt, das Stück ist an manchen Stellen allerdings etwas zu lang geraten.

2018: Planungen für „Hin und Weg“ laufen

Zeno Stanek bewarb bei den Aufführungen gleich sein Projekt für nächstes Jahr, bei dem aktuellere Themen am Programm stehen sollen. Die neuen „Tage für zeitgenössische Theaterunterhaltung“ sollen unter dem Titel „Hin & Weg“ im August in Litschau stattfinden. „Wir wollen dabei Unterhaltung neu definieren“, meinte Stanek – als etwas, das auch das Herz anspricht und berührt.

Inhaltliches hat er dazu noch nicht verraten, die Aufführungen werden aber nicht nur im Herrenseetheater sondern auch im Heustadl stattfinden. „Auch in der Stadt wird einiges los sein“, macht Stanek im NÖN-Gespräch neugierig. Er sei zuversichtlich, dass das neue Konzept ankommen werde, denn der „Zwischenschritt“ des heurigen Programms sei gut angekommen: „Damit wollten wir vorfühlen, ob sich das Publikum auf ein geballtes Programm in einem kurzen Zeitraum freut – und das hat es.“ So seien alle sechs Abende ausgebucht gewesen, auch beim Kasperltheater für die Kinder seien viele Gäste gewesen.

Für nächstes Jahr hofft Stanek daher, ähnlich wie beim Schrammelklang, viele überregionale Gäste in die Region um Litschau locken zu können.