SP-Kandidat: „Bitte wählt mich nicht!“. Witzmann signalisiert in zweideutiger Aussendung: Mandat heißt Verantwortung.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 09. Januar 2020 (04:17)
Günter Witzmann. 
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Ungewöhnliche Form der Wahlwerbung in der Stadt Litschau: „Bitte wählt mich nicht!“, schreibt der am 31. Listenplatz der SPÖ in die Gemeinderatswahl antretende Pensionist Günter Witzmann in einer launischen Aussendung.

In Litschau laufe ohnehin alles bestens, neue Ideen würden oft nur Arbeit bedeuten, eine Abhängigkeit „vom Gutdünken St. Pöltens“ für die Sanierungsgemeinde sei bequemer als sie Suche nach eigenen Wegen, um „endlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen“, schreibt der 63-Jährige.

"Man muss nicht alles kommentieren"

Man solle ihn nicht wählen, wenn man es lustig finde, dass „man sich bei Gemeinderatssitzungen gegenseitig mit Anwalt und Klage droht“, wenn einem Freunderlwirtschaft lieber als Transparenz sei, oder wenn man sich mit einem Bürgermeister zufrieden gebe, der „zwar nur geringfügig anwesend, dafür aber sehr gesellig ist, und lieber delegiert als agiert“. Würde er doch via persönlicher Vorzugsstimmen in den Gemeinderat gewählt, sei er allerdings auch niemandem böse.

Dazu ÖVP-Bürgermeister Rainer Hirschmann: „Man muss nicht alles kommentieren…“

Die ÖVP stellt in der Gemeinde derzeit 14 von 21 Gemeindemandataren, die SPÖ fünf, die Liste BBL zwei. Als vierte Fraktion tritt am 26. Jänner erstmals wieder die FPÖ an.