Der NBG-Glaskoloss nimmt Form an. Stahlbau abgeschlossen, jetzt soll Hallenhülle darüberkommen. 50 Beschäftigte täglich auf 50-Mio.-Euro-Baustelle.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. Oktober 2019 (05:13)

Die größte Baustelle des Bezirkes hat ihre Maximalhöhe erreicht: 436 Tonnen Stahlbau wurden für den Neubau der NBG Fiber GmbH unter Aufsicht von Robert Bauer bis zu 24 Meter gen Himmel gezogen, gezählte 5.283 Einzelteile verarbeitet und 2.400 kg Schrauben gesetzt – das Gerüst für das 50-Millionen-Euro-Projekt steht.

Den hohen Stellenwert des Stahlbaus für das Projekt erklärt Christian Zwettler, technischer Leiter bei NBG Fiber: Auf zwölf Metern Höhe müssen 50 Tonnen schwere Lüftungsgeräte befestigt werden, von denen 36 Tonnen schwere Lüftungskanäle weg gehen. Auch die Paneele für den gewaltigen Reinraum – eine 20m hohe „Halle in der Halle“ mit 16m Spannweite – muss das Stahlgerüst tragen. Energie-, Gas- und Kühlversorgung laufen allesamt über das Gerüst.

50 Mitarbeiter stehen laut Geschäftsführer Andre Schönauer täglich auf der Baustelle, und dazu noch etwa 30 Arbeitskräfte, die im früheren „Kubator“-Gebäude vis-à-vis eine Modernisierungs-Welle realisieren.

Frischluft für 630 Einfamilienhäuser

Diese Woche startet die Eindeckung der Wände und des Daches der Produktionsstätte für Glasfaser-Rohkörper. „Die Paneele auf 24 Meter hochzuziehen ist eine statische Herausforderung“, weist Zwettler auf unterschiedliche Windlasten am Boden und hoch oben hin. Zwei Monate sind für die Schaffung der Hülle eingeplant, vor Winter sollte das Gebäude dicht sein, Anfang 2020 sollen die Inneneinrichtungen starten.

Das Haus, das laut Christian Zwettler mit 11 Mio. kWh pro Jahr den Stromverbrauch von etwa 2.750 Einfamilienhäusern aufwerfen wird und mit einem 1.890-kVA-Notstromaggregat 125 Einfamilienhäuser versorgen könnte, erhält auch vier riesige Tanks: 100.000 l Wasserstoff, 63.000 l Sauerstoff, 95.000 l Helium und 60.000 l Stickstoff sollen darin Platz finden. Die Reinraumlüftung soll 190.000 m3 Luft pro Stunde austauschen – könnte damit also 630 Wohnraumlüftungen betreiben.